Keine Software und deren Benutzung ist fehlerfrei und kann es nicht sein. „Fehler gehören korrigiert“, weil sie
erheblichen auch finanziellen Schaden oder mehr in der Anwendung verusachen können. „Da stehen sich Hardware und Software fassunglos gegenüber!“ oder auch „Der Computer spinnt!“ sind oft schmerzerprobte Aussagen aus der Anwendung. Wie man Fehler finden und auf ein erträgliches Maß reduzieren kann, ist der anspruchsvolle Inhalt des Buches. Hier werden praxiserprobte Ansätze und Methoden gezeigt, die sich in vielen Jahren entwickelt haben und weiter entwickeln werden. Ein verbindliches „So macht man das“ gibt es da nur bedingt. Es wird gezeigt, wie mit welchen Hilfsmitteln man es wo und wann sinnvoll machen kann und welcher Aufwand dafür gerechtfertigt oder notwendig ist.
Das Buch erklärt, warum die Entwicklung von Software und das Testen auf deren Gebrauchsfähigkeit zwei verschiedene Dinge und somit eigenständige Projekte sind mit jeweils Planung, Analyse, Datenbereitstellung, Durchführung, Ergebniskontrolle. Das ist oft nicht überall gegeben, weil ein zweites Projekt „Sytemtest“ zusätzlich Zeit und Kosten erfordert. Eine geplante, schon entwickelte, oder fortzuschreibende Software wird als Teil von etwas ganzem verstanden. Auch der Mensch als Entwickler und Anwender, die Hardware, und die benutzten Ressourcen, Anwendungsvörgänge, Daten gehören dazu und getestet. Jeder Mensch macht Fehler, weil er keine Maschine ist. Mit IT-Systemen will der Mensch aber eine Maschine schaffen, die möglichst zuverlässig laufen soll. Und das geht nie vollständig. Hier genau setzt das Buch aus der Praxis für die Praxis ein und zeigt Wege auf. Einige dieser Wege können und müssen automatisiert werden mit eigenständigen speziellen Programmen zum Testen, weil anders die Aufgabe nicht zu leisten ist. Es wird gezeigt, welch hohen Stellenwert dabei die Protokollierung und die Reproduzierbarkeit ein Systemtest haben muss.
Auch wenn es sich um ein Praxisbuch handelt, ist der wissenschaftliche Bezug hoch. Dies geht bereits aus den
über 300 angeführten Literaturhinweisen hervor. Das Buch ist damit weder ein klassisches Lehrbuch noch ein Nachschlagewerk.
Wichtige Aussage des Buches ist der Hinweis auf die meist vorliegende Notwendigkeit für ein Team von Testern aus oft unterschiedlichen Disziplinen mit unterschiedlich fachlichem Hintergrund und Erfahrung.
Hervorzuheben ist die klare Gliederung und Strukturierung der Inhalte sowie die meist deutschsprachig gehaltenen Begriffe, auf deren Eindeutigkeit grosser Wert gelegt ist. Die Texte sind kompakt geschrieben und ebenfalls eindeutig gehalten. Die dargestellten Beispiele und Grafiken sind verständlich und geben eine gute Hilfe beim Lesen des anspruchsvollen Textes. Man erkennt aus der Schreibweise des Buches den von den Autoren nahegelegten Arbeitsstil von Systemtestern.
Lesenswert für alle, die mit dem Titel und den Erläuterungen auf der Rückseite des Buches etwas anfangen können oder müssen. Das Buch geht oft weit über die Ausbildung und die Kenntnisse vieler Leser hinaus. Selbst, wer nie die speziellen Aufgaben eines Systemtests durchführen muss, kann einen Nutzen ziehen. Er versteht nicht alle Details, versteht aber den Sinn von Systemtests und wo diese zunehmend zwingend notwendig sind.
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