In diesem Artikel versuche ich, einen kleinen Einblick in die Welt der generischen Programmierung mit Templates in C++ zu geben.
Inhalt:
1 Einführung
2 Die Compiler-Frage
3 Definition von Templates
3.1 Funktions-Templates
3.2 Klassen-Templates
4 Übergabe von Argumenten
5 Überladen (Spezialisierung) von Funktions-Templates
6 Vollständige/Partielle Spezialisierung von Klassen-Templates
7 Das Schlüsselwort export
8 Zum Schluss...
1 Einführung
Wem ging das nicht schon mal so: Eine (ähnliche, ja fast gleiche) Funktion oder Klasse musste mehrfach implementiert werden, weil wir sie für verschiedene Typen einsetzen wollten. Das Paradebeispiel sind Container-Klassen wie Listen: Einmal brauchen wir eine für int, dann eine für std::string und schließlich noch eine für unsere eigenen Klassen. Jedesmal eine Liste speziell für einen Typ zu schreiben, das wäre sehr zeitaufwändig und auch mühsam, abgesehen davon würden sich wahrscheinlich Fehler einschleichen, da viel mit Copy & Paste gearbeitet würde. Glücklicherweise bietet uns C++ aber ein Werkzeug an, mit dem wir "typunabhängig" programmieren können: Templates! Praktisch die gesamte C++-Standardbibliothek besteht aus Templates, angefangen bei std::string über std::vector bis zu den vielen Algorithmen wie std::copy oder std::find.
2 Die Compiler-Frage
Der immer noch sehr weitverbreitete und veraltete "VC++ 6"-Compiler ist leider nicht besonders gut für die (insbesondere fortgeschrittene) Template-Programmierung geeignet, für ein vernünftiges Arbeiten ist mindestens der VC 7.1 notwendig. Mit einem aktuellen g++ ist man auch auf der sicheren Seite.
Normale Templates wie Container sind für den VC++ 6 kein Problem, aber bei komplizierteren Deklarationen streikt er ziemlich schnell. Folgende, von evilissimo vorgeschlagene, Template-Klasse wird der VC++ 6 mit vielen Fehlermeldungen quittieren, obwohl der Code korrekt ist (im Extremfall kann der Compiler abstürzen):
C/C++ Code:
template < template < typename A , typename B , template < typename D > class C > class A >
struct BreakCompilerBack{};
C/C++ Code:
template < template < typename A , typename B , template < typename D > class C > class A >
struct BreakCompilerBack{};
C/C++ Code:
template < template < typename A , typename B , template < typename D > class C > class A >
struct BreakCompilerBack{};
Im Übrigen ist selbst der sehr gute g++ nicht unverwundbar. Es gibt einige Sachen, die der Compiler einfach (noch) nicht verträgt. Gerade SFINAE (Substitution failure is not an error) ist sehr tödlich für einige Compiler.
Wir empfehlen das VS 2008 Express Edition zu benutzen. Beide lassen sich nach einer Registrierung kostenlos bei Microsoft herunterladen. Gerade als Anfänger hat man keinen Grund, noch mit dem veralteten VC++ 6 zu beginnen, sondern sollte gleich mit einer neueren, besseren Version in die C++-Programmierung einsteigen. Die neuen Compiler werden sich auch abseits des Template-Schlachtfelds positiv mit schnellerem und besserem Code bemerkbar machen.
Ich habe die Beispiele alle mit dem g++ 3.3.6 problemlos kompilieren können. Man sollte sich im Übrigen von den "umfangreichen" Fehlermeldungen des Compilers bei Templates nicht einschüchtern lassen, auch wenn sie zu Beginn kaum lesbar erscheinen, mit der Zeit gewöhnt man sich daran.
3 Definition von Templates
Und los geht's: Um dem Compiler mitzuteilen, dass man ein Template definieren möchte, bedient man sich folgendem Präfix, welches einer Funktion oder Klasse vorangestellt wird:
C/C++ Code:
template <class T>
//oder: template <typename T>
C/C++ Code:
template <class T>
//oder: template <typename T>
C/C++ Code:
template <class T>
//oder: template <typename T>
T stellt einen Parameter mit einem beliebigen Typ dar, und obwohl hier das Schlüsselwort class steht, kann man auch char oder double einsetzen. Das Schlüsselwort typename ist gleichwertig mit class, allerdings kann man die Verwendung von beiden wie folgt einteilen: typename wird verwendet, wenn ein built-in oder eine Klasse als Parameter kommen kann, class wird benutzt, wenn ausschließlich Klassen erwartet werden. Diese Einteilung dient nur der Übersichtlichkeit und hat sonst keine Auswirkungen.
Selbstverständlich kann man auch mehrere Template-Parameter angeben:
C/C++ Code:
//Zwei Parameter, einer vom Typ T und einer vom Typ U template <class T, class U>
...
template <class T, int number> //Ein Parameter vom Typ T und einer vom Typ int
...
C/C++ Code:
//Zwei Parameter, einer vom Typ T und einer vom Typ U template <class T, class U>
...
template <class T, int number> //Ein Parameter vom Typ T und einer vom Typ int
...
C/C++ Code:
//Zwei Parameter, einer vom Typ T und einer vom Typ U template <class T, class U>
...
template <class T, int number> //Ein Parameter vom Typ T und einer vom Typ int
...
Für "nicht-Typ-Parameter", also built-ins, gelten folgende Einschränkungen:
1. Sie dürfen nicht verändert werden
2. Sie dürfen nur ganzzahlig sein
Im Übrigen werden built-ins als Konstanten behandelt, auf diesem Wege könnten wir z.B. bei einem Array<T, int> Klassen-Template die Größe festlegen.
Es ist jedoch möglich, Referenzen oder Zeiger auf Gleitpunkt-Typen als Parameter anzugeben:
C/C++ Code:
template <class T, float &f>
...
C/C++ Code:
template <class T, float &f>
...
C/C++ Code:
template <class T, float &f>
...
Außerdem kann man den Parametern, wie gewohnt, Default-Werte geben:
C/C++ Code:
//FastCopy ist irgendeine Klasse template <class T=FastCopy, int number=10>
...
C/C++ Code:
//FastCopy ist irgendeine Klasse template <class T=FastCopy, int number=10>
...
C/C++ Code:
//FastCopy ist irgendeine Klasse template <class T=FastCopy, int number=10>
...
Hierbei gelten die gleichen Regeln wie bei normalen Default-Parametern:
1. Wenn ein Parameter einen Default-Wert bekommt, so müssen alle nachfolgenden Parameter einen bekommen
2. Wird bei der Instanzierung ein Argument weggelassen, so müssen alle nachfolgenden Argumente weggelassen werden
3.1 Funktions-Templates
Früher, als die Gummistiefel noch auch Holz waren , war min ein äußerst beliebtes und bekanntes Makro, um den kleineren von zwei Werten herauszufinden:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
#include <iostream>
#define MIN(a,b) ((a<b)? a:b)
using namespace std;
int main (int argc, char **argv) {
int x=5,y=6;
int z = MIN(x,y);
cout<<z<<'\n'; //Gibt 5 aus return EXIT_SUCCESS;
};
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
#include <iostream>
#define MIN(a,b) ((a<b)? a:b)
using namespace std;
int main (int argc, char **argv) {
int x=5,y=6;
int z = MIN(x,y);
cout<<z<<'\n'; //Gibt 5 aus return EXIT_SUCCESS;
};
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
#include <iostream>
#define MIN(a,b) ((a<b)? a:b)
using namespace std;
int main (int argc, char **argv) {
int x=5,y=6;
int z = MIN(x,y);
cout<<z<<'\n'; //Gibt 5 aus return EXIT_SUCCESS;
};
Das war in C vielleicht noch gut, aber in C++ haben wir Templates, um solche Dinge sauber zu implementieren (die STL enthält bereits eine Template-Funktion namens min):
//Ermittelt das Minimum aus a und b template <typename T>
inline const T& minimum(const T &a, const T &b) {
return a < b ? a:b;
};
int main (int argc, char **argv) {
int x=5, y=6;
//Explizite Instanzierung (siehe "Übergabe von Argumenten"): int z = minimum<int>(x,y);
std::cout<<z<<'\n';
//Funktioniert auch für chars: char a = 'a', b = 'b';
//Implizite Instanzierung (siehe "Übergabe von Argumenten"):
std::cout<<minimum(a,b)<<'\n'; //Gibt a aus
return EXIT_SUCCESS;
};
Das Funktions-Template minimum hat zwei Parameter vom Typ Referenz auf const-T und als Rückgabewert ebenfalls eine Referenz auf const-T. Was T ist bzw. später mal sein wird, das interessiert uns nicht. Das braucht nur der Aufrufer zu wissen.
Der Maschinencode für ein Funktions-Template wird bei der ersten Instanzierung für einen Typ erzeugt, bei der Definition selber wird nichts erzeugt. So wird im obigen Beispiel zuerst eine Funktion für den Typ int erzeugt, und dann noch eine weitere für den Typ char. Vereinfacht gesagt geht der Compiler hin und setzt für jedes T den von uns gewählten Typ ein.
Vom Compiler werden Templates zweimal auf Fehler überprüft: zuerst beim Kompilieren der Template-Definition und dann noch einmal bei der Instanzierung. Beim ersten Drübergehen werden typunabhängige Fehler (z.B. Syntaxfehler) erkannt. Fehler, die vom Typ abhängen, z.B. ein fehlender Operator des Typs, werden dann beim zweiten Mal angezeigt.
3.2 Klassen-Templates
Da es möglich ist, Funktions-Templates zu bilden, muss es auch möglich sein, ein Klassen-Template zu erstellen. Am Beispiel der Klasse Pair (die STL enthält bereits ein Klassen-Template namens pair), die ein Wertepaar darstellt, werden wir uns dies anschauen:
//Diesmal zwei Parameter, U ist per default gleich T template <typename T, typename U=T>
struct Pair {
//Zwei Datenelemente
T first;
U second;
Pair(const T &a, const U &b) : first(a), second(b) {}
Pair(const Pair &p) : first(p.first), second(p.second) {}
~Pair() {}
Pair& operator=(const Pair&);
};
//Definition außerhalb der Klasse: template <typename T, typename U>
Pair<T,U>& Pair<T,U>::operator=(const Pair<T,U> &p) {
if (this == &p)
return *this;
first = p.first;
second = p.second;
return *this;
};
int main (int argc, char **argv) {
//Wir bilden ein Paar vom Typ float:
Pair<float> floatPair(5.1,8.9);
std::cout<<floatPair.first<<'\t'<<floatPair.second<<'\n';
//Erster Parameter ist ein string, der zweite ein int:
Pair<std::string, int> mixPair("zwanzig", 20);
std::cout<<mixPair.first<<'\t'<<mixPair.second<<'\n';
//Diesmal zwei Parameter, U ist per default gleich T template <typename T, typename U=T>
struct Pair {
//Zwei Datenelemente
T first;
U second;
Pair(const T &a, const U &b) : first(a), second(b) {}
Pair(const Pair &p) : first(p.first), second(p.second) {}
~Pair() {}
Pair& operator=(const Pair&);
};
//Definition außerhalb der Klasse: template <typename T, typename U>
Pair<T,U>& Pair<T,U>::operator=(const Pair<T,U> &p) {
if (this == &p)
return *this;
first = p.first;
second = p.second;
return *this;
};
int main (int argc, char **argv) {
//Wir bilden ein Paar vom Typ float:
Pair<float> floatPair(5.1,8.9);
std::cout<<floatPair.first<<'\t'<<floatPair.second<<'\n';
//Erster Parameter ist ein string, der zweite ein int:
Pair<std::string, int> mixPair("zwanzig", 20);
std::cout<<mixPair.first<<'\t'<<mixPair.second<<'\n';
//Diesmal zwei Parameter, U ist per default gleich T template <typename T, typename U=T>
struct Pair {
//Zwei Datenelemente
T first;
U second;
Pair(const T &a, const U &b) : first(a), second(b) {}
Pair(const Pair &p) : first(p.first), second(p.second) {}
~Pair() {}
Pair& operator=(const Pair&);
};
//Definition außerhalb der Klasse: template <typename T, typename U>
Pair<T,U>& Pair<T,U>::operator=(const Pair<T,U> &p) {
if (this == &p)
return *this;
first = p.first;
second = p.second;
return *this;
};
int main (int argc, char **argv) {
//Wir bilden ein Paar vom Typ float:
Pair<float> floatPair(5.1,8.9);
std::cout<<floatPair.first<<'\t'<<floatPair.second<<'\n';
//Erster Parameter ist ein string, der zweite ein int:
Pair<std::string, int> mixPair("zwanzig", 20);
std::cout<<mixPair.first<<'\t'<<mixPair.second<<'\n';
return EXIT_SUCCESS;
};
Bei der ersten Instanzierung von Pair wird zuerst der Maschinencode aller Methoden generiert (die Methoden der Klasse Pair sind im Grunde nur Funktions-Templates), und erst dann das Objekt floatPair aufgebaut. Der Maschinencode von mixPair unterscheidet sich im Übrigen von dem Maschinencode von floatPair!
Hier wird auch deutlich, dass wir mit Templates den Maschinencode nicht reduzieren, aber sehr wohl das Duplizieren von Sourcecode vermeiden können.
Außerdem sollte man sich vor Augen führen, dass Templates, bedingt durch ihre Natur, sehr statische Konstrukte sind.
Verwendung finden Templates auch bei der Implementierung von Container-Klassen wie einem Stack, gerade hier kann man durch Verwendung von Templates richtig Zeit einsparen, anstatt einen IntStack, einen CharStack usw. zu schreiben, schreibt man eine Template-Klasse:
Bei der Übergabe von Argumenten an Templates gibt es einige Regeln, die man unbedingt kennen sollte:
Die Typen der Argumente müssen exakt mit den Typen der Template-Parameter übereinstimmen, bei einer impliziten Instanzierung findet nicht einmal eine, sonst übliche, implizite Konvertierung wie z.B. von int nach long statt:
C/C++ Code:
long l=7;
int i=8;
//minimum Template von oben, ein long und ein int
cout<<minimum(l,i)<<'\n'; //Implizit: Eeeh, Fehler!
cout<<minimum<long>(l,i)<<'\n'; //Explizit: Funktioniert!
C/C++ Code:
long l=7;
int i=8;
//minimum Template von oben, ein long und ein int
cout<<minimum(l,i)<<'\n'; //Implizit: Eeeh, Fehler!
cout<<minimum<long>(l,i)<<'\n'; //Explizit: Funktioniert!
C/C++ Code:
long l=7;
int i=8;
//minimum Template von oben, ein long und ein int
cout<<minimum(l,i)<<'\n'; //Implizit: Eeeh, Fehler!
cout<<minimum<long>(l,i)<<'\n'; //Explizit: Funktioniert!
Bei der expliziten Instanzierung kann man den gewünschten Typ angeben und es wird eine Typumwandlung durchgeführt. Die explizite Instanzierung ist ebenfalls notwendig, wenn der Typ nicht als Parameter einer Funktion erscheint, sondern nur intern verwendet wird:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
1 2 3 4 5 6 7 8
template <typename T>
void foo() {
T tmp;
//...
};
//Explizite Instanzierung notwendig!
foo<int>();
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
template <typename T>
void foo() {
T tmp;
//...
};
//Explizite Instanzierung notwendig!
foo<int>();
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
template <typename T>
void foo() {
T tmp;
//...
};
//Explizite Instanzierung notwendig!
foo<int>();
Für Template-Argumente gibt es wiederum einige Einschränkungen, diese gelten aber nur für built-ins:
1. Ist der Parameter ein Zeiger, so dürfen nur Adressen mit globalem Geltungsbereich übergeben werden
2. Ist der Parameter eine Referenz, so dürfen nur Objekte mit globalem oder statischem Geltungsbereich übergeben werden
3. Ist der Parameter weder Referenz noch Zeiger, so dürfen nur konstante Werte übergeben werden
5 Überladen (Spezialisierung) von Funktions-Templates
Manchmal passiert es, dass ein Template für einen bestimmten Typ kein vernünftiges Ergebnis liefert oder eine spezialisierte Funktion effizienter arbeiten könnte. Unser minimum-Template funktioniert z.B. für int ganz ausgezeichnet, aber was ist mit C-Strings? Da würde unser Template versagen bzw. einfach den C-String mit der kleineren Adresse zurückgeben, nicht gerade das, was wir wollen:
int main (int argc, char **argv) {
//Aufruf der "normalen" Template-Funktion
cout<<minimum(8,10)<<'\n';
//Aufruf der überladenen Funktion
cout<<minimum("HALLO", "hallo")<<'\n';
return EXIT_SUCCESS;
};
Wir haben jetzt die Funktion minimum überladen, um unser Ziel zu erreichen.
Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Das Spezialisieren des Funktions-Templates. Das Spezialisieren unterscheidet sich vom Überladen, denn die überladene Funktion von oben ist eine ganz gewöhnliche Funktion. Spezialisiert man die Funktion jedoch, hat man eine "echte" Template-Funktion:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
//Generische Implementierung template <typename T>
void func(T param) {
//mach was mit param
};
//Spezialisierte Implementierung für int template < >
void func(int param) {
//mach was mit param
};
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
//Generische Implementierung template <typename T>
void func(T param) {
//mach was mit param
};
//Spezialisierte Implementierung für int template < >
void func(int param) {
//mach was mit param
};
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
//Generische Implementierung template <typename T>
void func(T param) {
//mach was mit param
};
//Spezialisierte Implementierung für int template < >
void func(int param) {
//mach was mit param
};
Wer sich näher für die exakten Unterschiede interessiert, dem empfehle ich Abschnitt 14.5.5 fortfolgend im C++ Standard. Dort sind auch einige Beispiele aufgeführt. In diesem Zusammenhag ist der Artikel Why not specialize function templates? ebenfalls sehr interessant. Vielen Dank an tommie-lie für diesen Link.
Es kann durchaus vorkommen, dass eine ganze Reihe an Funktionen mit dem gleichen Namen umherschwirrt. Der Compiler geht bei der Auswahl der passenden Funktion folgendermaßen vor:
1. Findet der Compiler eine normale Funktion, die er ohne Typumwandlung aufrufen kann, so wird diese aufgerufen
2. Wenn es ein spezialisiertes Template (zusätzlich zu der generischen Implementierung) gibt, dann nimmt der Compiler immer dieses, gibt es mehrere spezialisierte Templates, so wählt er das am meisten Spezialisierte aus
3. Konnte keine passende Funktion gefunden werden, so werden normale Funktionen überprüft, bei denen Typumwandlungen zum Erfolg führen
Wird keine oder mehrere passende Funktion(en) gefunden, ist dies ein Fehler.
Nun ist die überladene Version von minimum aber eine gewöhnliche Funktion, d.h. es wird sobald der Header von mehreren Sourcefiles eigebunden wird, Linkerfehler wegen mehrfacher Definition von minimum hageln.
Um dies zu vermeiden, sollten wir die Funktion in eine Implementationdatei auslagern. Des Weiteren könnten wir sie inline oder static klassifizieren oder wir betten sie in einen (anonymen) namespace ein. Die namespace-Variante hat allerdings den Nachteil, dass minimum in mehreren Objektdateien präsent ist.
6 Vollständige/Partielle Spezialisierung von Klassen-Templates
Manchmal ist es wichtig, dass eine Template-Klasse bei einer gewissen Kombination der Typ-Parameter etwas ganz Spezielles tut, dies erreicht man durch die partielle bzw. vollständige Spezialisierung von Template-Klassen. Partielle Spezialisierung von Funktionen ist nicht möglich.
Bevor wir die partielle Spezialisierung sehen, zuerst eine vollständige Spezialisierung der Pair-Klasse:
//MyServer und MyClient sind hier irgendwelche Klassen, für die das Template
//vollständig spezialisiert wird: template <>
struct Pair<MyServer, MyClient> {
Pair() { std::cout<<"Vollstaendige Spezialisierung aufgerufen!"<<'\n'; }
//...
};
int main(int argc, char **argv) {
Pair<MyServer, MyClient> myPair; //Instanzierung des Templates
//MyServer und MyClient sind hier irgendwelche Klassen, für die das Template
//vollständig spezialisiert wird: template <>
struct Pair<MyServer, MyClient> {
Pair() { std::cout<<"Vollstaendige Spezialisierung aufgerufen!"<<'\n'; }
//...
};
int main(int argc, char **argv) {
Pair<MyServer, MyClient> myPair; //Instanzierung des Templates
//MyServer und MyClient sind hier irgendwelche Klassen, für die das Template
//vollständig spezialisiert wird: template <>
struct Pair<MyServer, MyClient> {
Pair() { std::cout<<"Vollstaendige Spezialisierung aufgerufen!"<<'\n'; }
//...
};
int main(int argc, char **argv) {
Pair<MyServer, MyClient> myPair; //Instanzierung des Templates
return EXIT_SUCCESS;
};
Wenn wir jetzt also die Klasse Pair mit diesen speziellen Parametern, nämlich MyServer und MyClient, aufrufen, dann wird das spezialisierte Template benutzt. Andernfalls wird die generische Implementierung verwendet.
Kommen wir nun zu der partiellen Spezialisierung, bei der es (mal wieder) ein paar Regeln zu beachten gilt:
1. Ein Klassen-Template kann sowohl vollständig als auch partiell spezialisiert werden
2. Eine Member-Methode eines Klassen-Templates kann nur vollständig spezialisiert werden
3. Eine Funktion auf Namespace-Ebene kann nicht partiell spezialisiert werden, wobei die Überladung (siehe oben) als eine Art Ersatz angesehen werden kann.
//Spezialisierung für MyServer und ein beliebiges U template <typename U>
struct Pair<MyServer, U> {
//...
};
//Spezialisierung für ein beliebiges T und MyClient template <typename T>
struct Pair<T, MyClient> {
//...
};
int main(int argc, char **argv) {
//Aufruf der ersten Spezialisierung
Pair<MyServer, UnknownClient> firstPair;
//Aufruf der zweiten Spezialisierung
Pair<SomeServer, MyClient> secondPair;
//Aufruf der generischen Implementation
Pair<SomeServer, UnknownClient> thirdPair;
return 0;
};
Das Spielchen kann man ziemlich weit treiben, denn der Algorithmus zur Bestimmung des am meisten spezialisierten Templates ist sehr exakt und wählt die Implementierung mit der höchsten Übereinstimmung aus.
7 Das Schlüsselwort export
Dieser Abschnitt wurde von 7H3 N4C3R beigesteuert, an dieser Stelle ein Dankeschön von mir.
Bei den vorangegangenen Beispielen war es noch nicht notwendig, aber wenn man größere Klassen oder Bibliotheken implementiert, dann möchte man die Schnittstelle in eine .hpp-Datei und die Implementation in eine .cpp-Datei schreiben.
Die Motivation dahinter ist, dass jede Änderung an einer Headerdatei dazu führt, dass all der Code neu kompiliert werden muss, der diese Headerdatei benutzt. Gerade in Projekten mit vielen Dateien löst das große Neu-Kompilier-Wellen aus, die ziemlich lange dauern können.
Leider geht das bei Templates so nicht. Das liegt daran, dass das Template erst überall dort in den Code eingesetzt wird, wo es auch verwendet wird. Vorher ist es "nur ein Stück Text", erst beim Einsetzen bekommt es seine Bedeutung. Genau das verursacht aber das oben beschriebene Verhalten vom Neu-Kompilieren.
Der eine oder andere hat nun aber vielleicht schon vom Schlüsselwort export gehört, welches nun doch genau diese Trennung ermöglichen soll. In die Headerdatei schreibt man vor das template einfach nur das Wörtchen export, und schon kann man eine .cpp-Datei mit der Implementation füllen.
Stopp. Soweit so gut, das war die Theorie. In der Praxis steht es um export aber völlig anders. Zuerst: Kaum ein Compiler unterstützt es überhaupt. Lediglich die Front-Ends, die auf den EDG-Compiler (Edison Design Group) aufsetzen, beherrschen es. Das ist im Wesentlichen der Comeau-Compiler. Das und die Tatsache, dass die Entwicklungszeit für dieses Compilerfeature drei Mannjahre betrug, sollte einen stutzig machen (eine mittelgroße bis große Individualanwendung hat ca. zwei Mannjahre Entwicklungszeit). Was stimmt also mit export nicht?
Im Wesentlichen kann export nicht das halten, was man sich von der Trennung in .hpp- und .cpp-Datei verspricht.
Man könnte denken, dass bei einer Auslieferung einer selbst geschriebenen Bibliothek nur die .hpp-Datei mitgegeben werden muss und die Implementierung in der .cpp-Datei versteckt bleibt (als kompilierte .o-Datei zur Bibliothek dazugelinkt). Das ist nicht so. Die kurze Antwort ist, dass der Standard verlangt, dass das Template bei seiner Instanzierung vollständig (inklusive Implementation im Quellcode-Format) bekannt ist.
Auch ein anderer scheinbarer Vorteil ist nicht gegeben, nämlich dass durch das Auslagern der Implementation nicht mehr soviel Quellcode neu übersetzt werden muss. Das ist zwar so schon richtig, dafür muss aber die .cpp-Datei des Templates für jeden Datentyp, für den das Template instanziert wird, übersetzt werden. Die Abhängigkeiten, die durch das Verlagern der Implementation in die .cpp-Datei verschwinden, schlagen hinterrücks wieder zu. Denn sie sind nur versteckt, aber nicht aus der Welt.
Andere Nachteile von export sind in der Regel höhere Kompilierzeiten, auch wenn sie in der Theorie eigentlich sinken sollten. Auerdem haben EDG-basierte Compiler nur eine mögliche Implementierung von export. Das liegt daran, dass der Standard dieses Schlüsselwort nicht genau genug beschreibt. Es wäre möglich, dass andere Compilerhersteller export nach der Beschreibung im Standard korrekt implementieren, es sich aber überall unterschiedlich verhält und unterschiedlichen Code produziert.
Der wohl schlimmste Nachteil von export (dessen Erklärung hier im Detail wohl zu weit führt) ist, dass es die Bedeutung von definierten Sprachfeatures gefährlich verändert. Im Endeffekt muss man höllisch aufpassen, um mit export denselben Code zu schreiben wie ohne.
Deshalb das Fazit (zumindest für die nächste Zeit): Finger weg von export.
Es ist jedoch möglich, diese Einschränkung mit einem Trick zu umgehen: Wir inkludieren einfach eine .impl-Datei (normale Source-Datei mit .impl-Endung) in die .hpp-Datei:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
1 2 3 4 5 6 7 8
//stack.hpp template <typename T>
class Stack {
//wie oben, nur die Schnittstelle
};
//Achtung:
#include "stack.impl"
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
//stack.hpp template <typename T>
class Stack {
//wie oben, nur die Schnittstelle
};
//Achtung:
#include "stack.impl"
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
//stack.hpp template <typename T>
class Stack {
//wie oben, nur die Schnittstelle
};
Es ist zwar kein export, aber so kann man zumindest die Schnittstelle von der Implementation sauber trennen.
8 Zum Schluss...
Das war jetzt nur eine kleine Einführung, es gibt noch so vieles, was man mit Templates machen kann, von Policy-basiertem Klassendesign über Typlisten bis zu Objektfabriken. Templates können einem das Leben extrem erleichtern. Für einen tieferen Einstieg in die Materie empfehle ich "C++ Templates: The Complete Guide" von David Vandervoorde und Nicolai M. Josuttis und "Modernes C++ Design" von Andrei Alexandrescu . "Gehobenes Niveau", aber sehr lesenswert.
Zuletzt bearbeitet von GPC am 17:17:55 04.10.2008, insgesamt 11-mal bearbeitet
Das war jetzt nur eine kleine Einführung, es gibt noch so vieles, was man mit Templates machen kann, von Policy-basiertem Klassendesign über Typlisten bis zu Objektfabriken. Templates können einem das Leben extrem erleichtern. Für einen tieferen Einstieg in die Materie empfehle ich "Modernes C++ Design" von Andrei Alexandrescu. "Gehobenes Niveau", aber sehr lesenswert.
Modernes C++ Design ist wirklich ein sehr gutes Buch. Das Problem ist nur, dass zum verstehen diese Template-Einführung nicht reichen wird und Alexandrescu selbst nichts von den verwendeten C++ Techniken erklärt.
Deshalb würde ich empfehlen das folgende Buch noch vor Alexandrescus Buch zu lesen.
Das stimmt allerdings, wenn man nicht schon genug Vorwissen im Bereich Templates hat, kann einem Modernes C++ Design wirklich Schwierigkeiten machen. Ich werde deine Empfehlung in den Artikel einbauen.
Vielleicht könnte man Punkt 6 noch ergänzen indem man erwähnt, dass man Spezialisierungen doch in eine gewöhnliche Implementationsdatei schreiben muss, wenn man sie nicht inline oder static deklariert, damit es keine Linkerfehler aufgrund mehrfacher Definitionen gibt.
_________________ Keep it simple: as simple as possible, but no simpler. (Albert Einstein)
Viele Grüße
Vielleicht könnte man Punkt 6 noch ergänzen indem man erwähnt, dass man Spezialisierungen doch in eine gewöhnliche Implementationsdatei schreiben muss, wenn man sie nicht inline oder static deklariert, damit es keine Linkerfehler aufgrund mehrfacher Definitionen gibt.
Bei welchem Compiler tritt dieses Problem auf? Bei meinem g++ 3.3.6 kann ich dies bei folgendem Beispiel nicht nachvollziehen:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
//min.hpp
#ifndef MIN_HPP
#define MIN_HPP
template <typename T>
const T& minimum(const T &a, const T &b) {
return a < b ? a:b;
};
Und auch erwähnen sollte man, dass partielle spezialisierungen von klassentemplates im selben scope stattfinden müssen.
ISO 14882:2003 14.5.4p6 schrieb:
A class template partial specialization may be declared
or redeclared in any namespace scope in which its
definition may be defined (14.5.1 and 14.5.2).
Deshalb geht z.B.
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
namespace foo
{
template<class T, class U>
struct s
{
}
}
Genau das meine ich. Hast du min.hpp im selben Programm noch in eine andere Übersetzunseinheit inkludiert? Das hätte ich vielleicht noch erwähnen sollen. Also ich habe dein Beispiel mal unverändert genommen und innerhalb eines Programms in zwei verschiedene Implementierungsdateien inkludiert. Folgende Linkerfehler habe ich erhalten:
VC 2003 und VC 2005 schrieb:
Error 1 error LNK2005: "char const * __cdecl minimum(char const *,char const *)" (?minimum@@YAPBDPBD0@Z) already defined in main.obj foo.obj
Error 2 fatal error LNK1169: one or more multiply defined symbols found E:\test\console\Debug\console.exe
gcc 4.0.2 schrieb:
g++ -c main.cpp
g++ -c min.cpp
g++ -c foo.cpp
g++ -o test main.o min.o foo.o
foo.o: In function `minimum(char const*, char const*)':
foo.cpp:(.text+0x0): multiple definition of `minimum(char const*, char const*)'
main.o:main.cpp:(.text+0x0): first defined here
collect2: ld returned 1 exit status
make: *** [test] Error 1
Das liegt wohl daran, dass minimum durch die Spezialisierung zu einer fertig implementierten, "gewöhnlichen" Funktion wird. Deshalb gelten für das spezialisierte minimum die Regeln wie für normale Funktionen auch: Definition in die Implementationsdatei oder als inline oder static spezifizieren.
_________________ Keep it simple: as simple as possible, but no simpler. (Albert Einstein)
Viele Grüße
Zuletzt bearbeitet von hagman am 20:44:56 15.01.2006, insgesamt 1-mal bearbeitet
Genau das meine ich. Hast du min.hpp im selben Programm noch in eine andere Übersetzunseinheit inkludiert?
Das hätte ich vielleicht noch erwähnen sollen.
Yo, dann haben wir ein Problem mit unserem Freund, dem Linker. Aber das macht nichts, denn anstatt die Spezialisierung static zu machen (oder inline, was manchmal einfach nicht geht), setzen wir sie in einen (anonymen) namespace:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
//min.hpp
#ifndef MIN_HPP
#define MIN_HPP
namespace {
template <typename T>
const T& minimum(const T &a, const T &b) {
return a < b ? a:b;
};
naja, aber der anonyme namespace ist doch eine ziemlich "unsaubere" Lösung, finde ich. Entweder du wilst die funktionen inlinen, dann benutz das schlüsselwort, oder eine vollständig spezialisierte funktion gehört in eine implementierungsdatei.
naja, aber der anonyme namespace ist doch eine ziemlich "unsaubere" Lösung, finde ich. Entweder du wilst die funktionen inlinen, dann benutz das schlüsselwort, oder eine vollständig spezialisierte funktion gehört in eine implementierungsdatei.
das kann man jetzt halten, wie man will. Für gewöhnlich lagere ich die spezialisierte Funktion auch in eine Implementationsdatei aus, oft habe ich aber schon benannte Namensräume, und dann lass ich sie einfach im Header.
Allerdings komme ich bei folgendem nicht ganz mit:
GPC schrieb:
Bei den vorangegangenen Beispielen war es noch nicht notwendig, aber wenn man größere Klassen oder Bibliotheken implementiert, dann möchte man die Schnittstelle in eine .hpp-Datei und die Implementation in eine .cpp-Datei schreiben.
Die Motivation dahinter ist, dass jede Änderung an einer Headerdatei dazu führt, dass all der Code neu kompiliert werden muss, der diese Headerdatei benutzt. Gerade in Projekten mit vielen Dateien löst das große Neu-Kompilier-Wellen aus, die ziemlich lange dauern können.
Leider geht das bei Templates so nicht. Das liegt daran, dass das Template erst überall dort in den Code eingesetzt wird, wo es auch verwendet wird. Vorher ist es "nur ein Stück Text", erst beim Einsetzen bekommt es seine Bedeutung. Genau das verursacht aber das oben beschriebene Verhalten vom Neu-Kompilieren.
Und genau das ist doch auch erwünscht, wenn ich ein Template ändere, oder nicht? Mir ist deswegen nicht ganz klar, warum man Teile der Template-Implementierung (die effektiv Teil des Templates sind) irgendwohin auslagern wollen könnte. Um auf das verwendete Beispiel einzugehen:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
1 2 3 4 5 6 7 8
//stack.hpp template <typename T>
class Stack {
//wie oben, nur die Schnittstelle
};
//Achtung:
#include "stack.impl"
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
//stack.hpp template <typename T>
class Stack {
//wie oben, nur die Schnittstelle
};
//Achtung:
#include "stack.impl"
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
//stack.hpp template <typename T>
class Stack {
//wie oben, nur die Schnittstelle
};
"Normalerweise" hätte man die Template-Funktion Stack<>::empty() ebenfalls im Header stack.hpp. Ändere ich nun den, wird jede .cpp-Datei neu kompiliert, die diesen Header eingefügt hat, weil sich ja etwas für den Quellcode interessantes geändert haben könnte. Mit der gezeigten Methode, eine Datei stack.impl zu benutzen, könnte ich stack.impl ändern und (sofern ich mein Build-System davon nicht benachrichtigt habe) mir einen Wolf kompilieren, ohne daß die Änderungen wirksam werden, weil das Änderungsdatum des Headers nicht neuer ist als das der kompilierten Objekte.
Genauso kann ich aber etwas an stack.hpp ändern und werde trotzdem den Rattenschwanz der stack.impl hinter mir herziehen, weil dann mein Build-System merkt: "Aha, Header neuer als Objekt, Kompilation anstoßen", der Compiler (Präprozessor) wird merken, daß da eine eigenartige stack.impl eingefügt wird und diese korrekterweise in den header einfügen, worauf dann der Compiler wieder den vollständigen Template-Code "sieht" und das Template so oft instanziiert, wie es nunmal nötig ist.
Vielleicht liegt's nur an mir, aber mit verschließt sich der Sinn dieses Vorgehens (von der Erhöhung der Übersichtlichkeit mal abgesehen, aber es wird ja auf die Compile-Performance eingegangen).
Zuletzt bearbeitet von tommie-lie am 18:26:51 19.05.2006, insgesamt 1-mal bearbeitet
Und genau das ist doch auch erwünscht, wenn ich ein Template ändere, oder nicht?
Hat sich was geändert, soll es neu kompiliert werden, korrekt.
Zitat:
"Normalerweise" hätte man die Template-Funktion Stack<>::empty() ebenfalls im Header stack.hpp. Ändere ich nun den, wird jede .cpp-Datei neu kompiliert, die diesen Header eingefügt hat, weil sich ja etwas für den Quellcode interessantes geändert haben könnte. Mit der gezeigten Methode, eine Datei stack.impl zu benutzen, könnte ich stack.impl ändern und (sofern ich mein Build-System davon nicht benachrichtigt habe) mir einen Wolf kompilieren, ohne daß die Änderungen wirksam werden, weil das Änderungsdatum des Headers nicht neuer ist als das der kompilierten Objekte.
Die Trennung ist in dem Fall auch rein optischer Natur, denn am Ende inkludiere ich ja die cpp datei in die hpp Datei und damit bin ich gleich weit, wie wenn ich alles in die hpp Datei geschrieben hätte. Es ist nur eine Erleichterung der Übersicht.
Zitat:
Vielleicht liegt's nur an mir, aber mit verschließt sich der Sinn dieses Vorgehens (von der Erhöhung der Übersichtlichkeit mal abgesehen, aber es wird ja auf die Compile-Performance eingegangen).
Es dient nur der Erhöhung der Übersichtlichkeit... hab ich das nicht auch irgendwo geschrieben? Egal.
Vielleicht liegt's nur an mir, aber mit verschließt sich der Sinn dieses Vorgehens (von der Erhöhung der Übersichtlichkeit mal abgesehen, aber es wird ja auf die Compile-Performance eingegangen).
Es dient nur der Erhöhung der Übersichtlichkeit... hab ich das nicht auch irgendwo geschrieben?
Klang für mich nicht so. In den ersten beiden Absätzen beschwerst du (oder 7H3 N4C3R) dich über die mitunter längeren Kompilierungszyklen, die entstehen, wenn man seine 100 Templates neu durch den Compiler jagt. Ich dachte, daß damit auch Augenmerk auf die Performance gelegt werden soll und die beschriebene Lösung die Performance verbessern soll.
Aber der letzte Satz des Absatzes sagt ja, daß man dmait die Schnittstelle von der Implementierung trennt, vielleicht hätte ich mehr auf den Satz als auf die ersten beiden Absätze hören sollen ;-)
Aber vielleicht sollte man über eine Warnung nachdenken, daß man sein Build-System irgendwie davon überzeugen sollte, daß stack.impl nun ebenfalls Teil des entsprechenden Moduls ist. Ich denke nicht, daß die GNU autotools da ohne Handarbeit automatisch drauf reagieren.
Vielleicht liegt's nur an mir, aber mit verschließt sich der Sinn dieses Vorgehens (von der Erhöhung der Übersichtlichkeit mal abgesehen, aber es wird ja auf die Compile-Performance eingegangen).
Es dient nur der Erhöhung der Übersichtlichkeit... hab ich das nicht auch irgendwo geschrieben?
Klang für mich nicht so. In den ersten beiden Absätzen beschwerst du (oder 7H3 N4C3R) dich über die mitunter längeren Kompilierungszyklen, die entstehen, wenn man seine 100 Templates neu durch den Compiler jagt. Ich dachte, daß damit auch Augenmerk auf die Performance gelegt werden soll und die beschriebene Lösung die Performance verbessern soll.
schön wär's. Aber leider hat das performancetechnisch keine Auswirkungen.
Zitat:
Aber der letzte Satz des Absatzes sagt ja, daß man dmait die Schnittstelle von der Implementierung trennt, vielleicht hätte ich mehr auf den Satz als auf die ersten beiden Absätze hören sollen ;-)
kein Thema.
Zitat:
Aber vielleicht sollte man über eine Warnung nachdenken, daß man sein Build-System irgendwie davon überzeugen sollte, daß stack.impl nun ebenfalls Teil des entsprechenden Moduls ist. Ich denke nicht, daß die GNU autotools da ohne Handarbeit automatisch drauf reagieren.
äh, nein. Das tun sie nicht. denn die impl Datei ist ja nicht "direkt" am Build-Prozess beteiligt. Du siehst, die impl-Lösung zieht nen Rattenschwanz von Problemen nach sich. Ich pers. verzichte auf diese Möglichkeit und knall alles direkt in den Header.
Jupp. Ich bin aufgrund des ersten Absatzes nur mit ganz anderen Vorstellung an diesen Abschnitt des Tutorials herangegangen und dachte, du würdest ernsthaft denken, daß dieses Verfahren die Performance verbessert. Da dem nicht so ist (beides, es verbessert du Performance nicht und du denkst auch nicht, daß es das tun würde), bleibt die Diskussion nur eine Anmerkung für alle weiteren Leser.
Zuletzt bearbeitet von tommie-lie am 19:36:29 20.05.2006, insgesamt 1-mal bearbeitet
Kann ich eigentlich in einem template Ausnahmebehandlung für bestimmte Typen einbauen.
Gehen tut das sicherlich so ähnlich wie du es geschrieben hast, aber der übliche Weg ist es, seine Templates zu spezialisieren:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
template<typename T>
void foo(T arg1)
{
// generische Implementierung für alle Typen
}
template<>
void foo(int arg1)
{
// spezielle Implementierung die nur für ints gilt
}
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
template<typename T>
void foo(T arg1)
{
// generische Implementierung für alle Typen
}
template<>
void foo(int arg1)
{
// spezielle Implementierung die nur für ints gilt
}
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
template<typename T>
void foo(T arg1)
{
// generische Implementierung für alle Typen
}
template<>
void foo(int arg1)
{
// spezielle Implementierung die nur für ints gilt
}
Syntaktisch also genauso aufgebaut wie Überladen von Funktionen.
Beachte dazu aber auch den Artikel Why not specialize function templates?, die Templateauflösung von C++ ist nicht immer so intuitiv, wie du es dir denkst.
Edit: Zu spät...
Zuletzt bearbeitet von tommie-lie am 16:42:14 03.08.2006, insgesamt 1-mal bearbeitet
Beachte dazu aber auch den Artikel Why not specialize function templates?, die Templateauflösung von C++ ist nicht immer so intuitiv, wie du es dir denkst.
Wirklich ein sehr guter Artikel. Evtl. werd ich noch Links auf die wichtigsten Artikel von Sutter, Meyers usw. in meinen Artikel reinpacken, wäre bestimmt nicht verkehrt.
Das ist keine Spezialisierung, das ist ein Überladen der Funktion. Und der Code ist auch nicht, wie im Artikel beschrieben, nicht ANSI-konform. Das ist er und ein moderner Compiler sollte keinerlei Fehlermeldung ausgeben (der GCC 4.0 gibt nichtmal eine Warnung aus). Die Deklaration mit und ohne den Modifier "template" macht einen semantischen Unterschied, nämlich den zwischen einer überladenen Funktion und einem überladenen Template.
Ich denke das sollte man nochmal irgendwie klarstellen.
Zuletzt bearbeitet von tommie-lie am 17:56:11 03.08.2006, insgesamt 1-mal bearbeitet
Das ist keine Spezialisierung, das ist ein Überladen der Funktion.
Steht im Satz drunter:;
GPC schrieb:
Eigentlich haben wir jetzt die Funktion minimum überladen, um unser Ziel, also die Spezialisierung, zu erreichen.
Zitat:
Und der Code ist auch nicht, wie im Artikel beschrieben, nicht ANSI-konform. Das ist er und ein moderner Compiler sollte keinerlei Fehlermeldung ausgeben (der GCC 4.0 gibt nichtmal eine Warnung aus).
IIRC macht auch der gcc 3.3.6 keinen Stress, dennoch ist der Code imho nicht ANSI konform, ich werde meine Quelle nachschlagen und posten, voraussichtlich morgen.
Wie versprochen, wenn auch verspätet, meine Quelle:
Prinz Peter, kirch-Prinz Ulla: C++ Lernen und professionell anwenden, 2. vollständig überarbeitete Auflage, Bonn 2002 (mitp), S. 760:
Zitat:
Im ANSI-Standard werden Template-Funktionen und "normale" Funktionen nicht unterschieden. Die Definition eines Funktions-Template und einer Funktion gleichen Namens, die auch aus dem Funktions-Template generiert werden könnte, führt daher zu einer Fehlermeldung des Compilers ("duplicate definition ...").
Deshalb sieht der ANSI-Standard eine eigene Syntax vor, um Spezialisierungen zu definieren:
Ich gehe davon aus, dass ich mich darauf verlassen kann, obwohl ich in diesem Buch schon an anderer Stelle einen gravierenden Fehler entdeckt habe. Ich wollte das damals eigentlich noch im Standard nachschlagen, aber dann fehlte mir die Zeit dazu, so blieb es "ungeprüft" drin.
Dennoch bleibe ich solange bei meiner Meinung, bis mir jemand anderes das Gegenteil beweist, oder ich selber herausfinde, das ich falsch lag. Ich überlasse es dir, den Gegenbeweis zu erbringen.
Im ANSI-Standard werden Template-Funktionen und "normale" Funktionen nicht unterschieden.
Bei sehr strenger Auslegung soweit nix falsches.
Zitat:
Deshalb sieht der ANSI-Standard eine eigene Syntax vor, um Spezialisierungen zu definieren:
Richtig, das sind Template-Spezialisierungen (oder template overloading) im Gegensatz zu neuen Funktionsdeklarationen.
Nun, zum einen würde die Auflösungsregel ja überhaupt keinen Sinn ergeben, wenn dem tatsächlich so wäre. Du nennst folgende Auflösungsregeln:
Zitat:
1. Findet der Compiler eine normale Funktion, die er ohne Typumwandlung aufrufen kann, so wird diese aufgerufen
2. Wenn es ein spezialisiertes Template (zusätzlich zu der generischen Implementierung) gibt, dann nimmt der Compiler immer dieses, gibt es mehrere spezialisierte Templates, so wählt er das am meisten Spezialisierte aus
3. Konnte keine passende Funktion gefunden werden, so werden normale Funktionen überprüft, bei denen Typumwandlungen zum Erfolg führen
Denen widerspreche ich nicht, weil ich sie auch so kenne und weil sie auch in dem von mir verlinkten Sutter-Artikel stehen.
Regel 1 würde aber überhaupt keinen Sinn machen, wenn ich keine normale Funktion gleichen namens wie ein Funktionstemplate im gleichen Namespace deklarieren kann. Wenn ich aus jeder Funktion, die genauso heißt, durch voranstellen eines "template<>" ohnehin ein Funktionstemplate machen muss, dann würde der Compiler gar nicht erst nach einer "normalen Funktion, die er ohne Typumwandlung aufrufen kann" suchen, sondern würde nach einer passenden Templatespezialisierung suchen oder im Template den Typen eintragen.
Da ich mir den Standard nicht gekauft habe, greife ich auf ein Working PAper von 1996 zurück, in dem es in 14 Absatz 5 heißt:
Zitat:
The name of a class template shall not be declared to refer to any other template, class, function, object, enumeration, enumerator, namespace, or type in the same scope. Except that a function template can be overloaded either by (non-template) functions with the same name or by other function templates with the same name, a template name declared in namespace scope shall be unique in that namespace.
Mit anderen Worten: Ja, es gelten die gleichen grundsätzlichen Regeln wie bei gewöhnlichen, Nicht-Templatefunktionen, aber auch gewöhnliche Funktionen kann ich mit gleichem Namen aber unterschiedlicher Signatur überladen.
Weiterhin heißt es in Kapitel 14.8.3:
Zitat:
2 [Example:
Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
1 2 3 4 5 6 7 8
template<class T> T max(T a, T b) { return a>b?a:b; };
void f(int a, int b, char c, char d)
{
int m1 = max(a,b); // max(int a, int b)
char m2 = max(c,d); // max(char a, char b)
int m3 = max(a,c); // error: cannot generate max(int,char)
}
Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
template<class T> T max(T a, T b) { return a>b?a:b; };
void f(int a, int b, char c, char d)
{
int m1 = max(a,b); // max(int a, int b)
char m2 = max(c,d); // max(char a, char b)
int m3 = max(a,c); // error: cannot generate max(int,char)
}
Code:
1 2 3 4 5 6 7 8
template<class T> T max(T a, T b) { return a>b?a:b; };
void f(int a, int b, char c, char d)
{
int m1 = max(a,b); // max(int a, int b)
char m2 = max(c,d); // max(char a, char b)
int m3 = max(a,c); // error: cannot generate max(int,char)
}
3 Adding
Code:
int max(int,int);
Code:
int max(int,int);
Code:
int max(int,int);
to the example above would resolve the third call, by providing a
function that could be called for max(a,c) after using the standard
conversion of char to int for c.
Ich nehme nicht an, daß der Standard vorschlagen würde, eine gewöhnliche Funktion gleichen namens und gleicher Signatur(!) wie eine mögliche Templatefunktion einzuführen und dabei sogar implizite Typkonvertierung zu benutzen, wenn dies illegal wäre.
GPC schrieb:
tommie-lie schrieb:
Das ist keine Spezialisierung, das ist ein Überladen der Funktion.
Steht im Satz drunter:;
GPC schrieb:
Eigentlich haben wir jetzt die Funktion minimum überladen, um unser Ziel, also die Spezialisierung, zu erreichen.
Warum nennt man es dann im Kommentar im Code und im Absatz darüber "Spezialisierung"?
Der Standard kennt einen Unterschied zwischen Überladung und Spezialisierung, ich finde, den sollte man auch kennzeichnen und die Begriffe nicht synonym verwenden. Um so verwirrender ist der von dir zitierte Satz ja auch noch, wenn gleich darauf gesagt wird, daß das illegal wäre und man ein "template<>" davor setzen muss, was die Funktion templatisieren würde und somit eine echte Template-Spezialisierung hervorbringen würde.
Meiner MEinung nach wird da einfach zu sehr mit Begriffen durcheinandergewürfelt, die nicht durcheinandergewürfelt gehören, weil sie vollkommen unterschiedliche Auswirkungen auf das Verhalten des Compilers haben (siehe der Sutter-Artikel und deine Auflösungsregeln für Funktionsnamen, die am Anfang des Artikel-Abschnitts steht).
hab mal im Standard nachgesehen und bin auf folgende Punkte gestossen:
Zitat:
14.5.5 Function templates
A function template can be overloaded with other function templates and with normal (non-template) func-
tions. A normal function is not related to a function template (i.e., it is never considered to be a specializa-
tion), even if it has the same name and type as a potentially generated function template specialization. 130)
__________________
130) That is, declarations of non-template functions do not merely guide overload resolution of template functions with the same name.
If such a non-template function is used in a program, it must be defined; it will not be implicitly instantiated using the function tem-
plate definition.
14.5.5.1 Function template overloading
It is possible to overload function templates so that two different function template specializations have the
same type. [Example:
-end example]
Such specializations are distinct functions and do not violate the one definition rule (3.2).
The signature of a function template specialization consists of the signature of the function template and of
the actual template arguments (whether explicitly specified or deduced).
14.7 Template instantiation and specialization
An explicit specialization may be declared for a function template, a class template, a member of a class
template or a member template. An explicit specialization declaration is introduced by template<>.
Zitat:
Warum nennt man es dann im Kommentar im Code und im Absatz darüber "Spezialisierung"?
In der Überschrift steht klar Überladung (Spezialisierung), es muss wohl ein Flüchtigkeitsfehler gewesen sein.
Zitat:
Der Standard kennt einen Unterschied zwischen Überladung und Spezialisierung, ich finde, den sollte man auch kennzeichnen und die Begriffe nicht synonym verwenden. Um so verwirrender ist der von dir zitierte Satz ja auch noch, wenn gleich darauf gesagt wird, daß das illegal wäre und man ein "template<>" davor setzen muss, was die Funktion templatisieren würde und somit eine echte Template-Spezialisierung hervorbringen würde.
Nun, ich anerkenne, dass es einen Unterschied zw. der Überladung und der *echten* Spezialisierung gibt. Dieser Unterschied wird im Artikel tatsächlich nicht ausreichend dargestellt.
Ich werde den betreffenden Abschnitt abändern, sobald ich Zeit dafür finde. Okay?
MfG
GPC
Zuletzt bearbeitet von GPC am 18:27:30 06.08.2006, insgesamt 1-mal bearbeitet
hab mal im Standard nachgesehen und bin auf folgende Punkte gestossen:
14.5 habe ich doch auch zitiert
Joah, aber der war mir zu allgemein, ich fand die Beschreibung mit 14.5.5 und 14.5.5.1 exakter und aufschlussreicher...
Zitat:
GPC schrieb:
Okay?
Du musst mit mir nicht verhandeln, es ist dein Artikel. Ich wollte lediglich Fehler (oder was meiner Meinung nach welche sind) aufzeigen
Es sind Fehler, daher werde ich sie auch korrigieren. Jeder will hier schließlich gute Arbeit abliefern, wenn auch verspätet^^
Wir sind sogar auf aufmerksame Leser angewiesen, wenn wir Fehler finden wollen, die die interne Revision überlebt haben.
Aber nur um bei den vorhandenen Beispielen zu bleiben und anhand eines Beispiels alles zu erklären könnte man die Überladung von minimum<>() auch für C-Strings zeigen.
Also nach dem Motto:
Zitat:
Eine echte Spezialisierung unseres minimum<>()-Templates für Strings würde demnach also so aussehen:
Sorry, aber mein Code war auch noch falsch.
Dein Template verlangt "const T &", also eine konstante Referenz. Meine "char *"-Spezialisierung gibt ihm aber eine nicht-konstante Referenz auf einen Pointer auf einen const char. Sowas passiert, wenn man mal eben schnell ohne Compiler ein Template zusammensetzt und noch nicht ganz wach ist...
Das Template mit Inline mit const und allem drum und dran wird für einen Anfänger in dieser Form vielleicht etwas haarig, aber richtig (und mit Erklärung) wäre die Spezialisierung für "char *" folgendermaßen:
Man könnte zwar Denken, daß ein "const char *&a" ausreichen sollte, wenn man für T einfach stupide ein "char *" einsetzt, aber so denkt der C++-Standard nicht. Die Typen im generischen Template sind "const T&", was einer konstanten Referenz auf T entspricht. Wollen wir das gleiche mit einem Pointer erreichen, darf nicht das Ziel des Pointers const sein, sondern die Referenz. Somit würde eine Template-Spezialisierung für "char *" folgendermaßen aussehen:
Die Typen entsprechen einer konstanten Referenz auf einen Zeiger auf einen char. Natürlich kann man dadurch den String selbst noch verändern, um also auch noch den char konstant zu deklarieren, benötigen wir das zweite const, was insgesamt den Typ "const char *const &" ergibt. Die Spezialisierung ist nun "template<const char *>minimum(), also eine Spezialisierung für "const char *" und nicht mehr nur für "char *".
Ist zwar sehr verwirrend, aber durch "const T &" legst du ja schon relativ verwirrungsträchtig vor
Ist ein wenig ins Unreine geschrieben, die perfekte Integration in deinen Artikel überlasse ich dir (hängt auch davon ab, wie sehr du deinen Artikel über Templates auch die "const correctness" beleuchten lassen willst).
Tjo, mir ist's in der Eile auch nicht aufgefallen, das kommt von Copy & Paste^^
Deine Erklärung ist gut, jedoch befürchte ich, dass es an der Stelle etwas zu viel wird, zum Einen das Template und dann noch die const-correctness (die ich übrigens in meinem Pointer-Artikel erläutert habe ). Daher bin ich wieder auf das einfache Beispiel umgestiegen.
Du bist ziemlich fit, was C++ angeht, besonders Templates... darf ich dich hierauf aufmerksam machen? Na wie sieht's aus, hättest du Zeit und Lust für den Artikel?
jedoch befürchte ich, dass es an der Stelle etwas zu viel wird
Ja, ich auch.
GPC schrieb:
zum Einen das Template und dann noch die const-correctness (die ich übrigens in meinem Pointer-Artikel erläutert habe ).
Wenn die Geschichte mit Referenzen auf Konstanten in dem Artikel erklärt wird, würde ich für jeden, der wissen will, was "const char *const &" bedeutet, dorthin verlinken. Früher oder später wird man ohnehin const-correctness kapieren müssen
GPC schrieb:
Du bist ziemlich fit, was C++ angeht, besonders Templates...
Geht so. Ich scheine nur der einzige zu sein, der bei Diskussionen "C++ gegen den Rest der Welt" immer der Meinung ist, C++ habe eine einfach zu verstehende Syntax.
GPC schrieb:
darf ich dich hierauf aufmerksam machen? Na wie sieht's aus, hättest du Zeit und Lust für den Artikel?
Habe ich so noch nicht mit gearbeitet, aber die Beispiele im Wikipedia-Artikel haben was... (sind allerdings in dieser Formatierung ohne Highlighting ziemlich unleserlich ). Außerdem habe ich nicht vor, mir auch noch großartig Bücher zu kaufen. Und ich müsste mir erstmal einen Algorithmus aus den Fingern saugen, der vom Verständnis her einfach ist und der sich auch syntaktisch nicht allzu verwirrend in C++-Templates gießen lässt. Wie gesagt, schon für das Potenzierungs-Beispiel von Wikipedia brauchte ich einen Syntaxhighlighter und zweimaliges Lesen (die Fakultät im englischen Aritkel war da deutlich einfacher).
Vielleicht kriege ich ja passende Beispiele serviert, wenn ich studiere.
Aber ich biete mich gerne zum Gegenlesen an, wenn einer einen Artikel hat.
Stimmt, das ist Überladung. Da du aber ein Klassentemplate hast, kannst du auch nur das spezialisieren (partiell oder vollständig). D.h. entweder die Überladung oder du machst es so:
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
//Generisch: template <typename T>
struct Foo {
T bar;
void set_bar(const T &x) { bar = x; }
const T& get_bar() const { return bar; }
};
//Für ints: template <>
struct Foo<int> {
//hier spezialisierte Versionen der Methoden von oben
};
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
//Generisch: template <typename T>
struct Foo {
T bar;
void set_bar(const T &x) { bar = x; }
const T& get_bar() const { return bar; }
};
//Für ints: template <>
struct Foo<int> {
//hier spezialisierte Versionen der Methoden von oben
};
C/C++ Code:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
//Generisch: template <typename T>
struct Foo {
T bar;
void set_bar(const T &x) { bar = x; }
const T& get_bar() const { return bar; }
};
//Für ints: template <>
struct Foo<int> {
//hier spezialisierte Versionen der Methoden von oben
};
Damit hast du allerdings die Klasse spezialisiert.
Template-Methoden spezialisieren geht auch, aber dann brauchst du template-Methoden.
Magst du evtl noch die Syntax für Template-friend-Deklarationen mit reinnehmen? Solche speziellen Sachen vergess ich immer, brauch's ja auch fast nie edit: Hier meine ich template<typename[,...]> friend class XYZ;
Achso, und magst du vielleicht auch noch mal explizit reinschreiben, dass es keine partiell spezialisierten Funktionen gibt? Hatte neulich vergessen, dass es nur mit Klassen geht und mir 'nen Wolf gesucht
Zuletzt bearbeitet von Badestrand am 19:19:19 07.09.2008, insgesamt 1-mal bearbeitet
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