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C/C++ Forum :: Beruf und Ausbildung ::  Fragen zur Mathematik im Infostudium     Zeige alle Beiträge auf einer Seite Auf Beitrag antworten
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Ambitious_One
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Beitrag Ambitious_One Mitglied 05:34:50 30.12.2011   Titel:   Fragen zur Mathematik im Infostudium            Zitieren

Hallo,

ich möchte gerne wissen, welchen Sinn hat die Mathematik in der Informatik?
Ich frage dies deshalb, weil ich Informatik studieren möchte, doch iwie bin ich gerade nicht in der Lage eine Beziehung zwischen diesen beiden Fächern herzustellen. Denn stelle ich mir manchmal vor, dass ich ein Algorithmus entwickele oder komplexe Software(e.g. KI), kann ich mir gar nicht vorstellen, wobei man da Mathe gebrauchen könnte außer vielleicht das Laufzeitverhalten zu bestimmen. Ich frage das deshalb, weil ich einen ziemlich inkompetenten Lehrer in Informatik habe in der Schule und wir eigentlich noch nie etwas mit Mathe gemacht haben im Info-Unterricht, wohingegen ich zum Beispiel in der Physik sehr gut nachvollziehen kann, wozu man die ganze Mathematik braucht.

Noch eine Frage, die ich mir stelle ist, wie sieht die Art der Mathematik in Infostudium aus? Ich habe mir schon ein paar skripte von Disk. Mathematik und Lin. Algebra angeguckt, aber da kommt wir fast nichts bekannt vor, obwohl ich eigtl recht gut in Mathe bin zur zeit :). Schaue ich mir hingegegen Skripte zur Mathematik für Physiker an, dann kommt mir ziemlich vieles bekannt vor.
Ich habe gehört, dass man im Infostudium ziemlich viel beweisen muss und das mach ich eigtl soweit ganz gerne, nur ist es diese kryptische Art der Mathematik, die ich aus den Skripten entnommen habe und eigtl überhaupt nicht nachvollziehen konnte, die mir ein bisschen Angst macht so ein Studium zu beginnen.

Ihr würdet mir sehr helfen, wenn ihr mir das beantworten könntet, dann wäre ich schon viel sicherer bei meiner Wahl.

MfG
Ambitious
volkard
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Beitrag volkard Moderator 05:56:34 30.12.2011   Titel:   Re: Fragen zur Mathematik im Infostudium            Zitieren

Ambitious_One schrieb:
Hallo,
ich möchte gerne wissen, welchen Sinn hat die Mathematik in der Informatik?

a) Müllstudenten rausprüfen
b) formal zu operieren üben
c) Wir können es einfach!

Ambitious_One schrieb:
nicht in der Lage eine Beziehung zwischen diesen beiden Fächern herzustellen. Denn stelle ich mir manchmal vor, dass ich ein Algorithmus entwickele oder komplexe Software(e.g. KI), kann ich mir gar nicht vorstellen, wobei man da Mathe gebrauchen könnte außer vielleicht das Laufzeitverhalten zu bestimmen.

Weil Du nur Abi-Mathe kennst.
Die Mathe-Mathe und die Info-Mathe machen viel mehr Spaß. Ehrlich!

Ambitious_One schrieb:
Ich frage das deshalb, weil ich einen ziemlich inkompetenten Lehrer in Informatik habe in der Schule

Klar.

Ambitious_One schrieb:
und wir eigentlich noch nie etwas mit Mathe gemacht haben im Info-Unterricht, wohingegen ich zum Beispiel in der Physik sehr gut nachvollziehen kann, wozu man die ganze Mathematik braucht.

Komm mit Disk.-Mathe als Lehrer mal im Inforkurs an! Dann haste nicht mehr drei Einsen und 18 Vieren und Fünfen als Noten, sondern drei Einsen und 18 Sechsen. Das traut sich kein Lehrer, selbst wenn er gut ist.

Ambitious_One schrieb:
Noch eine Frage, die ich mir stelle ist, wie sieht die Art der Mathematik in Infostudium aus? Ich habe mir schon ein paar skripte von Disk. Mathematik und Lin. Algebra angeguckt, aber da kommt wir fast nichts bekannt vor, obwohl ich eigtl recht gut in Mathe bin zur zeit :).

Deswegen studierste ja auch das Fach. Es ist viel einfacher, als DU denkst. Da hampelt ja ein Professor rum und macht die Vorlesung. Ist fast, wie Harald-Lesch-Videos über Physik sehen. Nur geiler, weil es Dein Kern-Interessensgebiet ist.

Und wie immer sind 50% oder mehr doch kacke, doch uninteressante Fächer, blöde Profs und so. Da muß man durch.

Ambitious_One schrieb:
Ich habe gehört, dass man im Infostudium ziemlich viel beweisen muss und das mach ich eigtl soweit ganz gerne, nur ist es diese kryptische Art der Mathematik, die ich aus den Skripten entnommen habe und eigtl überhaupt nicht nachvollziehen konnte, die mir ein bisschen Angst macht so ein Studium zu beginnen.

Ach, quatsch. Du kannst Dir diese Fragen stellen und bist damit schon weit überdurchschnittlich.

Vorlesungen sind "offen", in der Hinsicht, daß keiner eine Anwesenheitsliste führt und dem Prof völlig egal ist, wer da ist. Am Ende wird eine Klausur geschrieben. Und wer nicht zugehört hat, schreibt eine schlechte Note. Es gibt auch Studenten, die nur ganz selten hingehen und fast alles zu Hause aus Büchern lernen. Da hat keiner was dagegen. Dadurch kannste auch gerne mal (ausnahmsweise) in eine Vorlesung gehen und reinhören. Keinen stört das. Und wenn Du erwischt wirst, sagste, daß Du voll da studieren willst und mal einen Tag reinschnuppern wolltest. Mehr als schimpfen und Dich rauswerfen kann dann auch keiner.
:xmas1:

edit: Ich sehe regelmäßig, daß man mit vereinfachenden Mathe-Tricks (Info-Mathe und Mathe-Mathe natürlich(!)) seine Programme einfacher hinkriegt oder schneller macht (normalerweise beides, denn Einfachheit führt meist automatisch zu Schnelligkeit). Game-Coders sind oft auf der anderen Seite des Spektrums. Den Code kannste lesen und siehst alle 10 Zeile einen Unfug, der danach bettelt, vereinfacht zu werden.

Ich hatte zum Beispiel in allen Mathe-Vorlesungen eine 1, die haben ja auch voll Spaß gemacht! Außer in Analysis, wo im Prinzip nur Abi-Stoff mit Differenzieren und Integrieren dran war, da hatte ich nur eine 3 (und erst im zweiten Anlauf; die erste Prüfung hatte ich geschmissen, weil ich die gar zu unvorbereitet eh nicht bestanden hätte).

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Zuletzt bearbeitet von volkard am 06:31:39 30.12.2011, insgesamt 3-mal bearbeitet
knivil
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Beitrag knivil Mitglied 11:36:30 30.12.2011   Titel:              Zitieren

Zitat:
ich möchte gerne wissen, welchen Sinn hat die Mathematik in der Informatik?
Algebra -> Kryptographie, Vektoren/Matrizen -> Computergraphik, Differentialgleichungen -> Steuern/Regeln, Statistik -> Maschinelles Lernen, ...
Zitat:
da kommt wir fast nichts bekannt vor, obwohl ich eigtl recht gut in Mathe bin zur zeit
Normal, weil dir die Grundlagen fehlen.
Zitat:
nur ist es diese kryptische Art der Mathematik, die ich aus den Skripten entnommen habe und eigtl überhaupt nicht nachvollziehen konnte,
Weil es eben keine Schulmathematik ist.
Zitat:
Schaue ich mir hingegegen Skripte zur Mathematik für Physiker an, dann kommt mir ziemlich vieles bekannt vor.
Kommt auf das Skript an. Ich glaube kaum, dass dir Variationsrechnung bekannt vorkommt.

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Zuletzt bearbeitet von knivil am 11:36:57 30.12.2011, insgesamt 1-mal bearbeitet
ScottZhang
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Beitrag ScottZhang Mitglied 15:19:51 02.01.2012   Titel:              Zitieren

Merk dir ma eins Jungchen, nix, aber auch rein garnix in dieser Welt läuft ohne Mathematik. Lass dir bloss nich einreden Mathe sei eine Hilfswissenschaft. Mathematik ist DIE Wissenschaft, alles andere ist bloße Andwendung (Und so wurden auch alle anderen Fächer während meines Studiums genannt).

Achso naja, und dann gibs da noch die Philosophie Physik. Aber als Mathematiker scherst du dich sehr bald einen Dreck um irgendwelche Deutungen.

:) :p

MfG


Zuletzt bearbeitet von ScottZhang am 15:24:45 02.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 15:38:08 02.01.2012   Titel:              Zitieren

"Mathematik ist nicht alles, aber ohne Mathematik ist alles nichts" :xmas1:

Sie durchdringt die Informatik in sämtlichen Bereichen. Zunächst bietet das Wesen der Mathematik die Möglichkeit, Aussagen über alle Zweifel hinweg zu beweisen. Somit ist man interessiert, Zusammenhänge in der Informatik formal mit der Sprache der Mathematik zu untersuchen.
Für den Informatikstudenten heißt das (zumindest an Universitäten), dass er selbst erstmal lernen muss, Aussagen zu verifizieren. Das geht mit Übung. Also heißt es erstmal beweisen, beweisen, beweisen. Die Themengebiete, an denen man sich versucht, sind garnicht so vordergründig. Da können auch mal Themen aus der Analysis, Maßtheorie oder (linearen) Algebra drankommen, von denen man behaupten könnte, dass man sie als Informatiker wohl nicht unbedingt braucht.

Ferner lassen sich unzählige Aussagen der mathematischen Teildisziplinen für die Informatik nutzen.
Als Beispiel seien neuronale Netze genannt: Lernregeln lassen sich als nichtlineares Optimierungsproblem formulieren, womit man sich sofort in den Tiefen der Analysis und Numerik wiederfindet.

Da kann man natürlich noch unzählige weitere Beispiele nennen, aber man sieht das alles recht schnell ein, wenn man mal mit dem Studium angefangen hat.
ProgChild
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Beitrag ProgChild Autor 20:00:02 02.01.2012   Titel:   Re: Fragen zur Mathematik im Infostudium            Zitieren

Ambitious_One schrieb:
Ich habe mir schon ein paar skripte von Disk. Mathematik und Lin. Algebra angeguckt, aber da kommt wir fast nichts bekannt vor, obwohl ich eigtl recht gut in Mathe bin zur zeit.

Das ist normal. Das vergeht dann nach ein paar Semestern...

Die Sprache in der Informatik ist nun mal die Mathematik. Egal ob du nun einen Algorithmus aufschreibst oder seine Korrektheit beweisen willst, du kommst daran nicht vorbei. Das fängt bei der einfachen Aussagenlogik an und endet dann irgendwo bei Berechenbarkeitstheorie (oder ähnlichem) in der theoretischen Informatik.

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Ambitious_One
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Beitrag Ambitious_One Mitglied 11:43:07 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Vielen Dank für die Antworten, erleichtern mich ein bisschen :).

Ich hätte noch ein paar weitere und zwar kommt im Infostudium viel Stochastik vor(nicht so mein lieblingsbereich) und warum wird eigtl behauptet, dass im Physikstudium mehr Mathe drankäme als im Infostudium.

Ich habe 2 Studienpläne verglichen und muss sagen, sofern ich die module und alles richtig interpretiere, dass die beiden studien in etwa gleichviel mathe haben oder?

Hier die Links:
http://www.tu-harburg.de/t3resources/tuhh/download ....... amt/po/etit/Studienplan_Bachelor_CI_2011_01_23.pdf

http://www.zsb.uni-kiel.de/infoblaetter/physik-ba.shtml
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 11:50:08 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Ambitious_One schrieb:

Ich hätte noch ein paar weitere und zwar kommt im Infostudium viel Stochastik vor


Nein, das ist nicht gerade ein mathematischer Schwerpunkt. Drum rumkommen tust du allerdings nicht ;)

Ambitious_One schrieb:

und warum wird eigtl behauptet, dass im Physikstudium mehr Mathe drankäme als im Infostudium.


Das ist nicht so. Die Art der Mathematik unterscheidet sich. Physiker rechnen mehr und sind i.d.R. beim Rechnen geschickter.
Die Informatiker beweisen mehr, haben i.d.R. Vorlesungen auf dem Niveau von Mathematikstudenten. Einen Grund habe ich ja schon oben genannt.
Walli
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Beitrag Walli Mitglied 12:22:01 04.01.2012   Titel:              Zitieren

marco.b schrieb:
Die Informatiker beweisen mehr, haben i.d.R. Vorlesungen auf dem Niveau von Mathematikstudenten.

Das höre ich öfter. Hat jemand mal was um diese Aussage zu untermauern? Wenn mir mal zufällig ein Info-Matheskript in die Hände fällt, dann sieht das immer eher nach einem leicht aufgebohrten HöMa für Ingenieure aus, als nach Mathematiker-Stoff. Das soll keine Wertung sein, es interessiert mich nur. Ich habe selber kein Mathe für Informatiker gehört, und kenne die Inhalte nur aus irgendwelchen Skripten, die zufällig beim Googlen auftauchen.


Zuletzt bearbeitet von Walli am 12:28:54 04.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 12:23:21 04.01.2012   Titel:              Zitieren

marco.b schrieb:
Ambitious_One schrieb:

Ich hätte noch ein paar weitere und zwar kommt im Infostudium viel Stochastik vor


Nein, das ist nicht gerade ein mathematischer Schwerpunkt. Drum rumkommen tust du allerdings nicht ;)

Naja, das haengt, wie wohl alles im Studium, von der spaeteren Schwerpunktsetzung ab. Gerade wenn man sich innerhalb der Informatik auf Gebiete spezialisiert, die der Kuenstlichen Intelligenz zuzuordnen sind, sind Beschreibungen auf Basis von Stochastischen Modellen schon sehr relevant. Vor allem Bayes'sche Wahrscheinlichkeitstheorie findet oft Anwendung. Sei es nun in der Mustererkennung wo man vielleicht einen "Bayes-Klassifikator" hat oder sei es ein Belief network. Auch Hidden Markov Models findet man in solchen Bereichen der Informatik sehr oft. Ebenso braucht man entsprechende Beschreibungen, wenn man mit Sensoren zu tun hat, die nunmal fehlerbehaftete Groessen liefern.

Und: Moeglicherweise sind stochastische Methoden selbst in Themen relevant, an die man nicht sofort denkt. In der Komplexitaetstheorie gibt es zum Beispiel die Problemklassen BPP, IPP und die ganzen PCP Klassen. Eins der Ps in diesen Bezeichnungen steht jeweils fuer "probabilistic". Dort werden Wahrscheinlichkeiten also relevant. Allerdings kann ich momentan aus dem Kopf nicht sagen, ob es da wirklich starke Einfluesse aus der Stochastik gibt oder ob ein "intuitiver" Umgang mit Wahrscheinlichkeiten dort ausreicht.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 12:31:27 04.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 12:28:35 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Walli schrieb:
marco.b schrieb:
Die Informatiker beweisen mehr, haben i.d.R. Vorlesungen auf dem Niveau von Mathematikstudenten.

Das höre ich öfter. Hat jemand mal was um diese Aussage zu untermauern? Wenn mir mal zufällig ein Info-Matheskript in die Hände fällt, dann sieht das immer eher nach einem leicht aufgebohrten HöMa für Ingenieure aus, als nach Mathematiker-Stoff.

Du darfst nicht in Info-Matheskripte gucken, sondern musst in Theoretische Informatik Skripte gucken. Vor allem dort wenden die Informatiker so ein "Definition - Satz - Beweis" Schema an.

Einige Bereiche der Informatik haben aber auch einen Ingenieurscharakter und die "Mathe fuer Informatiker" Vorlesungen sind teilweise darauf ausgelegt. Haengt aber natuerlich im Detail von der Uni ab. Zumindest ist in solchen Bereichen mehr die mathematische Modellbildung und somit eine Anwendung der Mathematik gefragt.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 12:29:24 04.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 12:30:04 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:
marco.b schrieb:
Ambitious_One schrieb:

Ich hätte noch ein paar weitere und zwar kommt im Infostudium viel Stochastik vor


Nein, das ist nicht gerade ein mathematischer Schwerpunkt. Drum rumkommen tust du allerdings nicht ;)

Naja, das haengt, wie wohl alles im Studium von der spaeteren Schwerpunktsetzung ab. Gerade wenn man sich innerhalb der Informatik auf Gebiete spezialisiert, die der Kuenstlichen Intelligenz zuzuordnen sind, sind Beschreibungen auf Basis von Stochastischen Modellen schon sehr relevant.


Das weiß ich, aber in den Pflichtvorlesungen ist Stochastik meist nicht gerade stark vertreten. Dass man je nach Schwerpunkt best. Mathevorlesungen braucht, ist ja offensichtlich.
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Beitrag marco.b Mitglied 12:31:58 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:

Du darfst nicht in Info-Matheskripte gucken, sondern musst in Theoretische Informatik Skripte gucken. Vor allem dort wenden die Informatiker so ein "Definition - Satz - Beweis" Schema an.


An vielen Unis sind zumindest LA und Ana Veranstaltungen für Mathematiker. Aber ich schau nochmal in diverse Modulhandbücher, mag sein, dass sich das ein wenig wandelt, wobei ich das nicht optimal fände.
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 12:34:48 04.01.2012   Titel:              Zitieren

marco.b schrieb:
Gregor schrieb:

Du darfst nicht in Info-Matheskripte gucken, sondern musst in Theoretische Informatik Skripte gucken. Vor allem dort wenden die Informatiker so ein "Definition - Satz - Beweis" Schema an.


An vielen Unis sind zumindest LA und Ana Veranstaltungen für Mathematiker. Aber ich schau nochmal in diverse Modulhandbücher, mag sein, dass sich das ein wenig wandelt, wobei ich das nicht optimal fände.

Ja, kann sein, dass es das auch gibt. Ich will da nicht widersprechen.

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Walli
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Beitrag Walli Mitglied 12:48:31 04.01.2012   Titel:              Zitieren

marco.b schrieb:
An vielen Unis sind zumindest LA und Ana Veranstaltungen für Mathematiker.

Ach so, kann schon sein. Wie gesagt, kenne ich die Inhalte auch nur aus Skripten, die mir so als 'Analysis für Informatiker' usw. begegnet sind, also eigene Veranstaltungen angeboten wurden, von daher ist mein Bild evtl. dadurch verzerrt.


Zuletzt bearbeitet von Walli am 12:49:13 04.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 12:56:23 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Walli schrieb:
marco.b schrieb:
An vielen Unis sind zumindest LA und Ana Veranstaltungen für Mathematiker.

Ach so, kann schon sein. Wie gesagt, kenne ich die Inhalte auch nur aus Skripten, die mir so als 'Analysis für Informatiker' usw. begegnet sind, also eigene Veranstaltungen angeboten wurden, von daher ist mein Bild evtl. dadurch verzerrt.


Was ich auch schon gesehen habe, ist ein Misch-Masch:
LA I und Ana I für Mathematiker, Ana II dann mehr ingenieursmäßig. Das kann Vorteile haben, aber man kann sich je nach Interessenschwerpunkt auch was verbauen:

Eine ganze Reihe von Unis bieten im Master als Wahlmodule Kurse der Mathematiker an. Von Zahlentheorie über komplexe Analysis bis numerische Behandlung von Differentialgleichungen ist da alles mögliche dabei. Wenn man jetzt weichgespülte Grundkurse in Mathematik gehört hat, tut man sich da vermutlich relativ schwer bzw. hat schlicht lückenhafte Grundlagen.
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Beitrag Ambitious_One Mitglied 13:29:50 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Hmm, so ein mist :/.

Im Grunde wäre Künstliche Intelligenz und alles was mit intelligenter Software/Algorithmen(i.e. Mustererkennung, dig. Bildverarbeitung) zu tun hat wirklich sehr interessieren...

Wie verhält es sich denn mit der Schulstochastik zur Unistochastik, gibs da wesentliche Unterschiede oder eher gleich?

Bei unserer Stochastik nervt mich bloß immer, dass viele Formeln genutzt werden, die nicht hergeleitet werden("so hier is die Formel rechne mal") und das uns einige auch nicht ordentlich veranschaulicht wurden, aber auch Testtheorie geht mir ziemlich auf die nerven, weil es mir total sinnlos erscheint.
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 13:34:46 04.01.2012   Titel:              Zitieren

Ambitious_One schrieb:
Hmm, so ein mist :/.

Im Grunde wäre Künstliche Intelligenz und alles was mit intelligenter Software/Algorithmen(i.e. Mustererkennung, dig. Bildverarbeitung) zu tun hat wirklich sehr interessieren...

Wie verhält es sich denn mit der Schulstochastik zur Unistochastik, gibs da wesentliche Unterschiede oder eher gleich?

Bei unserer Stochastik nervt mich bloß immer, dass viele Formeln genutzt werden, die nicht hergeleitet werden("so hier is die Formel rechne mal") und das uns einige auch nicht ordentlich veranschaulicht wurden, aber auch Testtheorie geht mir ziemlich auf die nerven, weil es mir total sinnlos erscheint.

Vielleicht habe ich das vorhin ueberbetont. Ein bisschen Abneigung gegen Stochastik sollte Dich nicht von einem Informatikstudium und von einer Schwerpunktsetzung auf Kuenstliche Intelligenz abhalten. Du wirst im Studium definitiv eine Abneigung gegenueber einigen Teilgebieten entwickeln. Da muss man einfach durch. So etwas gehoert zum Studium dazu.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 13:35:21 04.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
Shiba
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Beitrag Shiba Mitglied 11:20:04 05.01.2012   Titel:              Zitieren

marco.b schrieb:

Das ist nicht so. Die Art der Mathematik unterscheidet sich. Physiker rechnen mehr und sind i.d.R. beim Rechnen geschickter.
Die Informatiker beweisen mehr, haben i.d.R. Vorlesungen auf dem Niveau von Mathematikstudenten. Einen Grund habe ich ja schon oben genannt.


Sag das keinem theoretischen Physiker :o)
Das die Mathematikvorlesung für Physiker nicht auf Niveau für Mathematikstudenten sind, halte ich für ein Gerücht. Die Matheprofs machen sich einen Spaß daraus, den Unterlingen und Handwerkern aus den Naturwissenschaften deutlich zu zeigen, welches die wahre Kunst und Wissenschaft ist.


Zuletzt bearbeitet von Shiba am 11:28:04 05.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
Bashar
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Beitrag Bashar Mitglied 11:25:36 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Shiba schrieb:

Das die Mathematikvorlesung für Physiker nicht auf Niveau für Mathematikstudenten sind, halte ich für ein Gerücht. Die Matheprofs machen sich einen Spaß daraus, den Unterlinge und Handwerker aus den Naturwissenschaften deutlich zu zeigen was die wahre Kunst und Wissenschaft ist.

Letzteres behaupten ja sogar die BWLer, das kann also kein Argument dafür sein.

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Shiba
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Beitrag Shiba Mitglied 11:40:04 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Soweit ich mich erinnere, war zu Diplomzeiten Mathmatik ein Vordiplomsprüfungsfach in der Physik. Mathematikvorlesungen und -seminare waren am Lehrstuhl für Mathematik zu absolvieren. Die Vordiplomprüfung ebenfalls.
War das bei den BWL ebenfalls so?

Die theoretischen Physiker haben eigentlich ein Vollstudium Mathematik abgehandelt.
Nach meiner Ansicht ist das kaum vergleichbar mit BWL- oder Info-Mathematik.
Wie das bei Bachelor oder Master aussieht, kann ich nicht beurteilen.


Zuletzt bearbeitet von Shiba am 11:41:17 05.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 11:40:49 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Shiba schrieb:

Das die Mathematikvorlesung für Physiker nicht auf Niveau für Mathematikstudenten sind, halte ich für ein Gerücht.


Der Physiker braucht ein breites Spektrum an mathematischer Methodik. Wäre jeder Kurs auf Mathematikerniveau, würde der Physiker einen Großteil des Studiums mit Mathekursen verbraten, denn aus der Beweiserei nimmt er entgegen dem Informatiker nicht viel Anwendbares mit.

Während Mathematiker und Informatiker sich beispielsweise im Detail mit Zusammenhängen in der mehrdimensionalen Analysis zu beschäftigen (weil es für sie gewinnbringend ist), muss der Physiker schnell voranschreiten, um bspw. zu Kenntnissen in komplexer Analysis oder partiellen Differentialgleichungen zu gelangen. Dem Informatiker würde ich in der Regel keine Kenntnisse in komplexer Analysis zutrauen, dem Physiker schon (der Mathematiker hat das Wissen natürlich auch, aber der hat auch die Zeit, sich im Detail mit allen Teilwissenschaften zu befassen), dafür kennt der Informatiker häufig alle Details der Grundlagen, zumindest hat er sie mal gelernt ;)

Edit: Schaut euch doch mal die Bachelor-Studiengänge in Physik heutzutage an. Wo da ein annäherndes "Vollstudium" Mathematik sein soll?


Zuletzt bearbeitet von marco.b am 11:42:33 05.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
knivil
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Beitrag knivil Mitglied 11:41:05 05.01.2012   Titel:              Zitieren

marco.b schrieb:
Physiker rechnen mehr und sind i.d.R. beim Rechnen geschickter.
Die Informatiker beweisen mehr, haben i.d.R. Vorlesungen auf dem Niveau von Mathematikstudenten. Einen Grund habe ich ja schon oben genannt.
Aus eigener Erfahrung (habe viel Mathe- und Physikvorlesungen gehoert und bin Diplom Informatiker geworden) kann ich das nicht bestaetigen. Mit den Mathekenntnissen verhaelt es sich im Mittel so und ist Spiegelbild des Vorlesungsstoffes:

Mathematiker > Physiker > Informatiker

Es gibt Ausnahmen.

Zitat:
der Physiker .. aus der Beweiserei nimmt er entgegen dem Informatiker nicht viel Anwendbares mit
Das ist falsch.

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Zuletzt bearbeitet von knivil am 11:44:16 05.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 11:43:39 05.01.2012   Titel:              Zitieren

@knivil: Was sind Mathekenntnisse? Was vergleichst du da? Wenn es um die Anzahl durchgekauter Themengebiete geht, gebe ich dir recht. Es geht hier aber um Vorlesungstiefe.
Shiba
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Beitrag Shiba Mitglied 11:43:53 05.01.2012   Titel:              Zitieren

@marco.b
Auch in der Experimentalphysik muss man beweisen.
Und für die theoretische Physik ist die Aussage absolut unzutreffend.
Übrigens was verstehst Du unter Vorlesungstiefe?


Zuletzt bearbeitet von Shiba am 11:48:39 05.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 11:53:26 05.01.2012   Titel:              Zitieren

OK, schauen wir mal für B.Sc. Physik:

Uni Heidelberg: drei mal 6 + 2 SWS Mathematik
Uni Karlsruhe (KIT): drei mal 6 + 2 SWS Mathematik.
TU Darmstadt: zwei mal 6 + 2 und vier mal 2 + 1 SWS Mathematik

Seien die Kurse je auf Mathematikerniveau.
Dann wären wir bei Heidelberg und Karlsruhe mit Lineare Algebra I, Analysis I und einem zusätzlichen Kurs, sei es Stochastik, Numerik oder Analysis II am Ende. Da diese Kenntnisse für Physiker nicht reichen, schließe ich, dass es keine Kurse auf Matheniveau sind und der Studienplan gibt mir in Heidelberg recht, dort steht es auch.

TU Darmstadt:
Da hat Lineare Algebra I und II schonmal nur 2 + 1 SWS, womit das Mathematikniveau schonmal ausgeschlossen ist. Analysis scheint gut ausgebaut mit 8 + 4 SWS, das könnte MN sein. Der Rest (Diffgl. und FT) ist 2 + 1, womit das MN wieder ausgeschlossen ist.

Vielleicht kann mir jmd diesen Widerspruch erklären, mag ja sein, dass ich das falsch seh.
Bashar
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Beitrag Bashar Mitglied 11:55:37 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Shiba schrieb:
Soweit ich mich erinnere, war zu Diplomzeiten Mathmatik ein Vordiplomsprüfungsfach in der Physik. Mathematikvorlesungen und -seminare waren am Lehrstuhl für Mathematik zu absolvieren. Die Vordiplomprüfung ebenfalls.
War das bei den BWL ebenfalls so?

Wie kommst du denn darauf? Ich hab lediglich gesagt, dass du aus der subjektiven Ansicht von irgendjemandem bezüglich des Niveaus seiner Mathematikvorlesungen nicht unbedingt auf das tatsächliche Niveau derselben schließen kannst.

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Beitrag Shiba Mitglied 12:01:21 05.01.2012   Titel:              Zitieren

@marco.b
Du schliesst von der Anzahl der Semesterstunden auf die Qualität/Quantität.
Ich habe eine Abhandlung der Differentialgeometrie in 25 Minuten erlebt plus anschliessender Auffordrung 4 Tage später mit gelösten Aufgaben zum Seminar zu erscheinen.
So geht das. ;)
Du belegst Pflichtvorlesungen/Seminare und der Prof setzt ein "gewisses" mathematisches Niveau voraus. Dann darf man sich nach einer Sekunde des Erstaunes dieses erarbeiten. Der Tag hat mehr Stunden als Vorlesungsstunden.
Ansonsten bin ich auch von einem Diplomstudiengang ausgegangen.
Wie ich oben schon erwähnte, über Bachelor oder Master kann ich nichts sagen.
Aber eigentlich auch egal, da der Thread sich um Mathematik im Informatikstudium dreht.


Zuletzt bearbeitet von Shiba am 12:17:22 05.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
Walli
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Beitrag Walli Mitglied 12:21:04 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Shiba schrieb:
Soweit ich mich erinnere, war zu Diplomzeiten Mathmatik ein Vordiplomsprüfungsfach in der Physik. Mathematikvorlesungen und -seminare waren am Lehrstuhl für Mathematik zu absolvieren. Die Vordiplomprüfung ebenfalls.
War das bei den BWL ebenfalls so?

Wer soll die Mathematikvorlesung sonst halten? Keine Ahnung wie es bei BWL ist, aber die Mathematiker machen i.d.R. unglaublich viel Service für die Natur- und Ingenieurwissenschaften. Nur weil da ein Matheprof. vorne steht, heißt das doch nicht, dass das Niveau automatisch vergleichbar mit einer Mathematiker-Vorlesung ist.
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Beitrag marco.b Mitglied 12:25:59 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Shiba schrieb:
@marco.b
Du schliesst von der Anzahl der Semesterstunden auf die Qualität/Quantität.
Ich habe eine Abhandlung der Differentialgeometrie in 25 Minuten erlebt plus anschliessender Auffordrung 4 Tage später mit gelösten Aufgaben zum Seminar zu erscheinen.
So geht das. ;)


Warum kloppen dann die Mathematiker die Grundvorlesungen Ana I/II, LA I/II, Maßtheorie,... nicht auch in 3 x 6 + 2 SWS durch?
Was den Physikern in Mathe zugetraut wird, sollte bei den Mathematikern doch auch funktionieren?
Sorry, ich glaube nicht, dass es standardmäßig an den Unis so läuft.
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 12:28:39 05.01.2012   Titel:              Zitieren

Walli schrieb:
Shiba schrieb:
Soweit ich mich erinnere, war zu Diplomzeiten Mathmatik ein Vordiplomsprüfungsfach in der Physik. Mathematikvorlesungen und -seminare waren am Lehrstuhl für Mathematik zu absolvieren. Die Vordiplomprüfung ebenfalls.
War das bei den BWL ebenfalls so?

Wer soll die Mathematikvorlesung sonst halten? Keine Ahnung wie es bei BWL ist, aber die Mathematiker machen i.d.R. unglaublich viel Service für die Natur- und Ingenieurwissenschaften. Nur weil da ein Matheprof. vorne steht, heißt das doch nicht, dass das Niveau automatisch vergleichbar mit einer Mathematiker-Vorlesung ist.


Jupp, das sieht man oft. Der FB Mathematik lehrt bei den BWLer dann halt sowas wie "Analysis für Wirtschaftswissenschaften" oder bei Physikern (wie in Heidelberg z.B.) "Mathematik II für Physiker". Die Mathematiker (und oft Informatiker) hören dann halt aber halt den Analysis-Kurs für die Mathematiker.
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Beitrag Mr.Fister Mitglied 16:43:23 07.01.2012   Titel:              Zitieren



Zuletzt bearbeitet von Mr.Fister am 16:45:27 07.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
nachtfeuer
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Beitrag nachtfeuer Mitglied 21:07:18 07.01.2012   Titel:   Re: Fragen zur Mathematik im Infostudium            Zitieren

Ambitious_One schrieb:

ich möchte gerne wissen, welchen Sinn hat die Mathematik in der Informatik?
Ich frage dies deshalb, weil ich Informatik studieren möchte, doch iwie bin ich gerade nicht in der Lage eine Beziehung zwischen diesen beiden Fächern herzustellen.


Das ist komisch, denn in der Informatik beschäftigt man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit "Rechnern" ;)
Gute grundlegende Matheerfahrung hilft total, wenn man zu rechnende Aufgaben mit Rechnern angeht, und macht deswegen auch gleich mehr Spaß, weil man nicht wie Ochs vorm Scheunentor herumlungert. Grundsätzlich finde ich, dass sich mathematisches Programmieren eigentlich auch positiv auf Mathekenntnisse auswirkt, im didaktisch hilfreichen Sinne, solange man nicht zu verstreut vermittelt.

Aber ganz allgemein hat die Mathebetonung im Informatikstudium auch geschichtliche Gründe, denn die Pioniere der Rechentechnik waren Mathematiker, und die ersten Lehrer der Informatik auch, und viele Mathematiker haben Algorithmen geliefern, theoretische Modelle ausgearbeitet, usw. wer hätte sonst diesem theoretischen Fach wissenschaftliches Profil geben sollen?

Und letztlich ist es irgendwie auch so, dass bei dem Ausufern der Menge der Themen Algorithmen und deren mathematische Basis irgendwo der kleinste gemeinsame Nenner ist.

Da die Thematik ausufert, und die Profilbildung wichtig ist, sollte man nicht einfach "Informatik" studieren, sondern sich gut informieren, was man später damit machen möchte, und an welcher Uni was in diesem Zusammenhang geboten wird.

Aber viele Leute haben auch sehr gute Mathe drauf, können gut programmieren, und studieren gar keine Informatik, und sind trotzdem gute "Informatiker", quasi nebenbei, weil ja u.a. irgendwo Spezialisierung und Privatinteressen ineinander überfließen.

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Beitrag Ambitious_One Mitglied 21:56:50 07.01.2012   Titel:              Zitieren

Hmm, ja das mit den Rechnern habe ich mir auch gedacht, aber irgendwie bekommt man so als Schüler keinen richtigen Eindruck wie Mathe und Informatik zusammenhängen.
Ich vergleiche das immer gerne mit der Physik, weil ich da immer weiss, ja da und dort wird mathe gebraucht und wenn man weiter überlegt etc. wirds mathematisch noch komplizierter und die ganze Mathematik macht dann für mich Sinn.
In Informatik kann ich mir nicht in Ansätzen vorstellen wie man programmiertechnische bzw. algorithmische Aufgabenstellungen mit Hilfe der Mathematik lösen kann und dadurch weiss ich auch nicht, ob mir die Art der Mathematik, die im Infostudium gebraucht wird auch nur ansatzweise liegen wird.

So wie ich das bis jetzt gehört habe, braucht man in der Wirtschaft sowieso nur minimalste Kenntnisse aus dem Studium, was wichtiger ist, ist halt Logik, Analytisches Denken etc... Weswegen ich manchmal schwanke zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft, weil ich angst habe, dass die Aufgaben in der Wirtschaft der Art unterfordernd sein könnten, dass ich mich immer nur langweile und meinen Beruf dann später hasse, aber in der Wirtschaft wird halt viel besser bezahlt und der Weg in der Grundlagenforschung ist finanziell gesehen ziemlich steinig.
Ich hoffe ihr versteht mein Anliegen, ich möchte nur nich mit 27/28 feststellen, oh man du hast die vollkommen falsche richtung gewählt.

Danke im voraus für eure posts

mfg
ambi

P.S.: sry für die schlechte Rechtschreibung, habe aber gerade kein nerv darauf zu achten, weil ich von gestern immer noch nicht nüchtern bin :P


Zuletzt bearbeitet von Ambitious_One am 21:58:35 07.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 22:17:39 07.01.2012   Titel:              Zitieren

Ambitious_One schrieb:

So wie ich das bis jetzt gehört habe, braucht man in der Wirtschaft sowieso nur minimalste Kenntnisse aus dem Studium, was wichtiger ist, ist halt Logik, Analytisches Denken etc...

Dann mach doch statt einem Studium einfach einen IQ-Test und bewirb Dich damit. :leak:

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Beitrag Ambitious_One Mitglied 22:35:10 07.01.2012   Titel:              Zitieren

hihi :D

wie gesagt, ist vom hörensagen :P
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Beitrag nachtfeuer Mitglied 22:42:32 07.01.2012   Titel:              Zitieren

Wobei mir noch einfällt, das die KI eigentlich auch total verwaist und heruntergekommen war, und nahezu aufgegeben BIS sich ein Mathematiker erbarmt hatte, und der Geschichte wieder so richtig Leben eingehaucht hatte.

Naja, und Restalkohol lässt sich ja auch super mit der passenden Formel in etwa berechnen...;)

Und wenn in der Wirtschaft Programmierer gesucht werden, dann ist eher ein abgeschlossenes Studium in Vordergrund, statt genaues Fach, obwohl seltsamerweise gerade Studienabbrecher die große Kohle mit Rechnern gemacht hatten ;)
Das Herausforderne im Bwl Studium ist wohl eher, mit dem ganzen Buzzwort-Horror zurechtzukommen, und mit den Mitstudies, von denen viele einfach einen Art Geld-Nerd aber ohne Plan sind...
(Das macht dann später auch mit den Horror für Programmierer aus..., weil viele von denen perfektionistisch mathematisch stärker drauf, nicht Buzzwordprofi und so...*grusel*, aber das gehört wohl so zum Schicksal des Programmieres...ja ja, der wissenschaftliche Schein...)

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Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 23:04:43 07.01.2012   Titel:              Zitieren

nachtfeuer schrieb:

Und wenn in der Wirtschaft Programmierer gesucht werden, dann ist eher ein abgeschlossenes Studium in Vordergrund, statt genaues Fach

Naja, ein Studium eines MINT-Fachs, um genau zu sein. Also ein Fach, das einen erheblichen Mathematikanteil hat. Damit hat man dann nämlich nachgewiesen, dass man logisch und analytisch denken kann. :D

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Bashar
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Beitrag Bashar Mitglied 00:51:36 08.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:
Ambitious_One schrieb:

So wie ich das bis jetzt gehört habe, braucht man in der Wirtschaft sowieso nur minimalste Kenntnisse aus dem Studium, was wichtiger ist, ist halt Logik, Analytisches Denken etc...

Dann mach doch statt einem Studium einfach einen IQ-Test und bewirb Dich damit. :leak:

Für manche, ich fürchte sogar für viele, ist das Studium nur ein erweiterter IQ-Test. Man zeigt, dass man es drauf hat und bekommt das zertifiziert.

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Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 02:07:49 08.01.2012   Titel:              Zitieren

Bashar schrieb:
Gregor schrieb:
Ambitious_One schrieb:

So wie ich das bis jetzt gehört habe, braucht man in der Wirtschaft sowieso nur minimalste Kenntnisse aus dem Studium, was wichtiger ist, ist halt Logik, Analytisches Denken etc...

Dann mach doch statt einem Studium einfach einen IQ-Test und bewirb Dich damit. :leak:

Für manche, ich fürchte sogar für viele, ist das Studium nur ein erweiterter IQ-Test. Man zeigt, dass man es drauf hat und bekommt das zertifiziert.

Ich denke, das Studium ist nicht nur ein Test. Man entwickelt sich im Studium auch weiter. Auch bezüglich diesen nichtssagenden "Fähigkeiten" logisches und analytisches Denken.

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Beitrag otze Mitglied 14:27:14 08.01.2012   Titel:              Zitieren

nachtfeuer schrieb:
Wobei mir noch einfällt, das die KI eigentlich auch total verwaist und heruntergekommen war, und nahezu aufgegeben BIS sich ein Mathematiker erbarmt hatte, und der Geschichte wieder so richtig Leben eingehaucht hatte.

Ich weiß nicht, welche "KI" du meinst. Aber das Maschinenlernen wurde nicht von einem Mathematiker wiederbelebt, sondern von David E. Rumelhart zusammen mit Geoffrey Hinton. Beide sind Psychologen.

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Beitrag nachtfeuer Mitglied 17:26:50 08.01.2012   Titel:              Zitieren

otze schrieb:
nachtfeuer schrieb:
Wobei mir noch einfällt, das die KI eigentlich auch total verwaist und heruntergekommen war, und nahezu aufgegeben BIS sich ein Mathematiker erbarmt hatte, und der Geschichte wieder so richtig Leben eingehaucht hatte.

Ich weiß nicht, welche "KI" du meinst. Aber das Maschinenlernen wurde nicht von einem Mathematiker wiederbelebt, sondern von David E. Rumelhart zusammen mit Geoffrey Hinton. Beide sind Psychologen.


Nicht ganz. Schachcomputer sind ja auch nicht dumm, aber was können die denn noch?
Hopfield hatte der Szene neuen Sinn gegeben weil vorher nur alles so vor sich hingedümpelt hatte, und fast schon wieder aufgegeben.
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Hopfield

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Beitrag Marosh Mitglied 23:07:43 22.01.2012   Titel:              Zitieren

Walli schrieb:
marco.b schrieb:
Die Informatiker beweisen mehr, haben i.d.R. Vorlesungen auf dem Niveau von Mathematikstudenten.

Das höre ich öfter. Hat jemand mal was um diese Aussage zu untermauern? Wenn mir mal zufällig ein Info-Matheskript in die Hände fällt, dann sieht das immer eher nach einem leicht aufgebohrten HöMa für Ingenieure aus, als nach Mathematiker-Stoff. Das soll keine Wertung sein, es interessiert mich nur. Ich habe selber kein Mathe für Informatiker gehört, und kenne die Inhalte nur aus irgendwelchen Skripten, die zufällig beim Googlen auftauchen.


Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, das zumindest die ersten Semester vom Niveau gleich sind. Ich studiere zurzeit Informatik und mein Mitbewohner Mathematik. Es kommt nicht selten vor, dass wir uns abends zusammen hinsetzen und die Übungsblätter durchgehen. Bisher konnte ich keinen Nieveauunterschied feststellen. Mal weiss er mehr, mal ich. Am Ende sitzen wir beide meist nur da und führen Beweise..

Bei uns sieht es für aussenstehende aber ähnlich aus bei den Scripten. Wenn man unsere "Mathe-Scripte" anschaut und dann die "Mathe-Scripte" von den Mathematiker, dann sieht es so aus, als würden wir wirklich nur aufgebohrtes Ingenieurmathematik bertreiben. Um auf dem gleichen Niveau zu bleiben brauche ich Scripte aus anderen Fächern. Aber das handhabt jede Uni sicher anders.

Aber eins steht für mich fest. Man muss sich unbedingt bewusst machen, dass Schulmathematik != Unimathematik ist. Das hat bei mir schon einige das Genick gebrochen. Die Schulmathematik legt zwar den Grundstein aber das wars auch schon.

Und auch wenn man denn Sinn von Mathematik am anfang noch nicht sieht, sie wird dich verfolgen. Also lerne sie lieben oder du bist dem Untergang geweiht.
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Beitrag /rant/ Mitglied 14:44:26 23.01.2012   Titel:              Zitieren

Marosh schrieb:
Man muss sich unbedingt bewusst machen, dass Schulmathematik != Unimathematik ist. Das hat bei mir schon einige das Genick gebrochen. Die Schulmathematik legt zwar den Grundstein aber das wars auch schon.
Das kann ich bestätigen. Wenn man Informatik studiert, wird man, wenn man es richtig macht, jedes Semester Mathematik haben. Und je länger je mehr wird einem bewusst, wie wenig man eigentlich von vorher mitnehmen und nutzen kann. Du kannst an einem Gymnasium stets die Bestnote erreicht haben; im Studium ist das dann wertlos.

Meine Erinnerungen an das erste Semester sind hier bezeichnend. 1. Woche: Analysis Vorlesung wird toll gehen, hatte ich ja schon. 2. Woche: Okay, es zieht langsam an, aber wird schon gut gehen. 3. Woche: "Relative Extrema von reelwertigen Funktionen mehrerer unabhängiger Variablen" - das ist der Moment, wo man merkt, dass nichts, aber auch gar nichts von vorher von Nutzen ist. Und in der Regel fragt man sich, warum man das können muss.

Ich habe Mathematik nie wirklich gemocht und bin im Studium am Anfang durch 2 Prüfungen gerasselt. Mit extremer Selbstdisziplin und sehr, sehr viel Bier habe ich es geschafft, nächtelang Zeit zu investieren, und nun geht es ganz gut und ist auch irgendwie faszinierend.

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Zuletzt bearbeitet von /rant/ am 14:53:08 23.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
Bashar
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Beitrag Bashar Mitglied 14:55:02 23.01.2012   Titel:              Zitieren

/rant/ schrieb:
Und je länger je mehr wird einem bewusst, wie wenig man eigentlich von vorher mitnehmen und nutzen kann. Du kannst an einem Gymnasium stets die Bestnote erreicht haben; im Studium ist das dann wertlos.

Das sehe ich komplett anders. Eine gute Grundlage im mathematischen Denken und Handwerk ist sehr nützlich, u.a. weil man sonst bei den ganzen kleinen Gemeinheiten: "oBdA", "wie man leicht sieht" usw., keine Chance hat. Wenn man sich die gute Note natürlich durch gutes Auswendiglernen erschlichen hat, ist sie selbstverständlich nutzlos, aber das dürfte für die meisten Fächer gelten. Umgekehrt würde es mich wirklich wundern, wenn einer in der Schule nichts verstanden hat, aber in der Uni zum Mathemeister wird.

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Beitrag TdZ Mitglied 15:14:16 23.01.2012   Titel:              Zitieren

Ich weiß ja nicht, was Ihr so im Abi macht, aber wir haben zu meiner Zeit (ächz) nur irgendwelche Integrale berechnet und Kurven analysiert. Das alles ist meiner Ansicht nach vollständig nutzlos im Informatik-Studium.

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Beitrag phcn.fraggle Mitglied 16:04:53 23.01.2012   Titel:              Zitieren

TdZ schrieb:
Ich weiß ja nicht, was Ihr so im Abi macht, aber wir haben zu meiner Zeit (ächz) nur irgendwelche Integrale berechnet und Kurven analysiert.


Joa genau die Sachen hatte ich auch + Stochastik ( Berufsoberschule )

TdZ schrieb:

Das alles ist meiner Ansicht nach vollständig nutzlos im Informatik-Studium.


Hmm vielleicht ist das bei Informatik-Mathe an der Uni so? Also ich studiere an einer Hochschule und mir bringt das Wissen aus der Schulmathematik schon was. Das sind quasi die Grundlagen ohne die ich in den Mathe-Übungen/Vorlesungen nicht viel verstehen würde.

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Beitrag cooky451 Mitglied 16:44:01 23.01.2012   Titel:              Zitieren

TdZ schrieb:
Ich weiß ja nicht, was Ihr so im Abi macht, aber wir haben zu meiner Zeit (ächz) nur irgendwelche Integrale berechnet und Kurven analysiert. Das alles ist meiner Ansicht nach vollständig nutzlos im Informatik-Studium.

Ich bin momentan in NRW in einer Oberstufe mit Mathe LK. Themen aus der Analysis sind wie gehabt Kurvendiskussion, also Definitionsbereich, Grenzwertverhalten, Nullstellen, Extremstellen, Wendestellen, usw. Dazu Integrale mit Substitutionsverfahren etc. Scheint vielleicht sinnlos, aber zumindest Analysis kommt ja auch im Informatikstudium dran, das wird doch nichts völlig anderes sein? (Das Einzige was in der Analysis nervt, ist dass wir von Hand ableiten und Integrieren müssen. oO)
Ansonsten machen wir noch lineare Algebra und Stochastik, das wird sicher gefordert im Studium.

Allgemein machen wir eigentlich in Mathe die Dinge für das Informatik Studium, im Informatik Unterricht machen wir Photoshop oder solche Scherze. Unglaublich. Ich habe meinen Informatiklehrer schon mehrmals darauf hingewiesen, sogar angeboten den Unterricht zu übernehmen, und der gesamte Kurs steht hinter mir.
(Ist eh quasi freiwillig, daher nur Nerds im Kurs. ;)) Aber er will weiter sein komisches Zeugs durchziehen. Keine Ahnung was er sich dabei denkt.

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Beitrag TdZ Mitglied 16:59:49 23.01.2012   Titel:              Zitieren

Photoshop von nem Informatik-Lehrer beigebracht? Ohje ohje... :eek:

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Beitrag Gregor Moderator 17:06:06 23.01.2012   Titel:              Zitieren

TdZ schrieb:
Ich weiß ja nicht, was Ihr so im Abi macht, aber wir haben zu meiner Zeit (ächz) nur irgendwelche Integrale berechnet und Kurven analysiert. Das alles ist meiner Ansicht nach vollständig nutzlos im Informatik-Studium.

"Integrale berechnen koennen" ist mathematisches Handwerkszeug. Absolut wichtig, in sehr vielen Bereichen. Wenn man das Handwerkszeug nicht beherrscht, dann fehlt einem das Ruestzeug, um ueberhaupt Mathematik und aehnliches betreiben zu koennen.

Und: Integrieren ist sehr schwer. Eigentlich eine wahre Kunst, zu der viel Erfahrung gehoert. Mit den passenden Vorstellungen kann man irgendwann sogar in manchen Situationen besser als ein CAS integrieren.

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Beitrag TdZ Mitglied 00:37:16 24.01.2012   Titel:              Zitieren

Ich hab ja auch nicht gesagt, dass Integral-/Differentialrechnung grundsätzlich sinnwidrig ist, das soll auch gar nicht zur Debatte stehen. Ich behaupte nur: Für ein Informatikstudium ist dieses Wissen eigentlich von keienr großen Bedeutung. C und C++ übrigens auch nicht, auch nicht PHP oder Photoshop. Heißt nicht, dass diese Dinge dadurch generell ihre Bedeutung verlieren.

Aber es ist doch so: Im Studium schlägt man sich doch die meiste Zeit mit Logik und Algebra rum. Integrieren musste ich da noch nie was, außer mal in ner Übungsaufgabe für praktische Informatik.

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Beitrag /rant/ Mitglied 01:33:47 24.01.2012   Titel:              Zitieren

Vor der Uni durften wir in der Mathematik für praktisch alle nicht trivialen Dinge einen Rechner (Kaliber TI-89) benutzen, auch an den Prüfungen. Wir haben den gesamten Stoff am Gymnasium 4 Jahre lang so reingedrückt. Das ist hier so üblich; ich weiss nicht, wie es in Deutschland und anderswo ist. Die Folge war, dass ich mir die Dinge zwar gut vorstellen konnte, aber beim eigentlichen Rechnen (einschliesslich Umformungen etc.) war ich dann aufgeschmissen. Selbst einfachste Dinge konnte ich nicht. Binomische Formeln, quadratische Gleichung? Fehlanzeige!

An der Uni mussten wir dann plötzlich alle Dinge von Hand ausrechnen können - und wir haben alle massivst in die Röhre geguckt. Und bis man den Rückstand aufgeholt hat, kommt man im Stoff schon nicht mehr nach, weil der Dozent nach ein paar Wochen irgendwas vom Langrange-Restglied beim Taylor-Polynom erzählt (und das ist nur der Anfang ;)). Selbstverständlich muss man das ganze Zeug dann an der Semesterprüfung von Hand, ohne Formelsammlung induktiv beweisen können.

Mein Punkt ist: So, wie wir die Mathematik eingetrichtert bekommen haben, fällt einem das Studium nicht unbedingt leicht, weil man sich zuerst mit den Grundlagen beschäftigen muss, bevor man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Na dann, prost! ;)

TdZ schrieb:
Aber es ist doch so: Im Studium schlägt man sich doch die meiste Zeit mit Logik und Algebra rum.
Ich bereite mich gerade auf eine weitere Prüfung "Logik + Lineare Algebra" vor. Gauss lässt grüssen :D

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Zuletzt bearbeitet von /rant/ am 01:34:28 24.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag pumuckl Moderator 11:10:26 24.01.2012   Titel:              Zitieren

/rant/ schrieb:
Vor der Uni durften wir in der Mathematik für praktisch alle nicht trivialen Dinge einen Rechner (Kaliber TI-89) benutzen, auch an den Prüfungen. Wir haben den gesamten Stoff am Gymnasium 4 Jahre lang so reingedrückt. Das ist hier so üblich; ich weiss nicht, wie es in Deutschland und anderswo ist.
War bei uns genauso. Allerdings war der Rechner meist nur für Dinge wie Exponentialrechnung, Multiplikationen & Co. zu gebrauchen. Den ganzen Mist wie Funktionen plotten, quadratische Gleichungen lösen, ableiten und was die Teile inzwischen noch an Firlefanz können, sollte/durften wir nicht benutzen.

Zitat:
Die Folge war, dass ich mir die Dinge zwar gut vorstellen konnte, aber beim eigentlichen Rechnen (einschliesslich Umformungen etc.) war ich dann aufgeschmissen. Selbst einfachste Dinge konnte ich nicht. Binomische Formeln, quadratische Gleichung? Fehlanzeige!
Hab ich dann später auch festegestellt: Habe Mathe Nachhilfe (Abivorbereitung) gegeben und die Kinder haben schon bei simplen Dingen wie pq-Formel gestreikt - sie konnten die Formeln nicht auswendig, ganz zu schweigen davon sie herzuleiten.

Zitat:
Mein Punkt ist: So, wie wir die Mathematik eingetrichtert bekommen haben, fällt einem das Studium nicht unbedingt leicht, weil man sich zuerst mit den Grundlagen beschäftigen muss, bevor man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.
An vielen Unis gibts sowas wie einen "Mathematischen Vorkurs", da werden die ganzen Rechen-Grundlagen nochmal aufgewärmt. Auf jeden Fall ist zu empfehlen, den Stoff der Oberstufe nochmal zu üben - ohne Rechenhilfe, wenn möglich.

Was mich allerdings wundert: wer das Talent und/oder den Ehrgeiz hat, sich einem mathelastigen Studium zu widmen, der sollte auch in der Schule schon den Ehrgeiz gehabt haben, sich das kleine Einmaleins nicht vom Taschenrechner vorrechnen zu lassen ;)

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Beitrag Bashar Mitglied 11:20:15 24.01.2012   Titel:              Zitieren

/rant/ schrieb:
Vor der Uni durften wir in der Mathematik für praktisch alle nicht trivialen Dinge einen Rechner (Kaliber TI-89) benutzen, auch an den Prüfungen. Wir haben den gesamten Stoff am Gymnasium 4 Jahre lang so reingedrückt. Das ist hier so üblich; ich weiss nicht, wie es in Deutschland und anderswo ist. Die Folge war, dass ich mir die Dinge zwar gut vorstellen konnte, aber beim eigentlichen Rechnen (einschliesslich Umformungen etc.) war ich dann aufgeschmissen. Selbst einfachste Dinge konnte ich nicht. Binomische Formeln, quadratische Gleichung? Fehlanzeige!

Sowas konnten unsere Rechner nicht (Casio fx-82D), umformen mussten wir noch selber. Aber immerhin kannst du dir den Kram vorstellen, das ist ja auch schonmal viel Wert. Bei manchen scheitert es ja an allem, das einzige was sie aus der Schulmathematik mitnehmen sind Rezepte für bestimmte Aufgabentypen ... :(

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Beitrag ScottZhang Mitglied 13:04:03 24.01.2012   Titel:              Zitieren

Mathe ist wie Deutsch. Man lernt hier nicht nur langweiles Rechnen oder Umstellen.
Sondern man lernt eine Sprache. Im Matheunterricht sollte man lernen wie man ein Problem formuliert. Denn das ist Grundvoraussetzung um es anschließend zu lösen. Was ein Mangel dieser Fähigkeit bedeutet sieht man sehr schön an manchen Fragestellungen in anderen Unterforen. Darum sind solche doofen Sachaufgaben garnich so unnütz.

Wenn ich also immer wieder Integrale löse und Kurven analysiere dann lerne ich Vokablen und Grammatik. Gleichzeitig lerne ich aber auch eine Sprache und damit eine Sichtweise/Strukturierun auf unsere Welt. Das sollte an niemals vergessen finde ich. Und man sollte das auch in Schulen vermitteln, was leider häufig versäumt wird. (Wahrscheinlich weil Lehramtsstudenten sich meist auch nur durchs Studium quälen)

Und die Krönung ist man lernt hier nich nur irgendeine Sprache sondern man lernt die schönste Sprache der Welt, denn man lernt die einzige Sprache der Welt bei der man nicht auf den Lehrer warten muss um rauszufinden ob man richtig gesprochen hat. Darum ist Mathe eigentlich nicht wie Deutsch. Ich habe Deutsch gehasst :)

MfG

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Beitrag otze Mitglied 15:31:18 24.01.2012   Titel:              Zitieren

TdZ schrieb:
Ich hab ja auch nicht gesagt, dass Integral-/Differentialrechnung grundsätzlich sinnwidrig ist, das soll auch gar nicht zur Debatte stehen. Ich behaupte nur: Für ein Informatikstudium ist dieses Wissen eigentlich von keienr großen Bedeutung.

Ich musste in meinem Studium echt in der Praxis numerisch integrieren bzw Differentialgleichungen lösen. Sicher, wer nur Datenbankanwendungen schreibt, wird das Wissen nicht brauchen, aber eigentlich muss man dafür gar nicht studiert haben...

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Beitrag pumuckl Moderator 16:54:47 24.01.2012   Titel:              Zitieren

TdZ schrieb:
Ich behaupte nur: Für ein Informatikstudium ist dieses Wissen eigentlich von keienr großen Bedeutung. [...]
Das Wissen selbst wird man vielleicht nicht oder nur in Spezialfällen brauchen. Was man aber bei der ganzen Rechnerei lernt (meist ohne es bewusst zu merken) ist eine Herangehensweise an gestellte Probleme, z.B., sie auf andere, bekannte Probleme zurückzuführen, zu abstrahieren und hinter der konkreten Aufgabe das eigentliche Problem zu sehen. Das ist etwas, was vielen scheinbar fehlt, was aber jemandem, der Mathe/Info/Physik oder ähnliches studiert hat, oft in Fleisch und Blut übergeht.

Das Wissen mag nicht immer von unmittelbarem Nutzen sein. Was man im Studium aber vor Allem lernt ist nicht Wissen, sondern einfach Wissen anzuwenden, egal ob man das Wissen im Studium oder später erworben hat.
Das Wissen, was wir im Studium lernen ist in dem Sinne nur der Boxsack, an dem wir "Wissen anwenden und Probleme lösen" üben. Später im Ring braucht niemand einen Boxsack ;)

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Beitrag rüdiger Moderator 18:14:36 25.01.2012   Titel:              Zitieren

/rant/ schrieb:
Vor der Uni durften wir in der Mathematik für praktisch alle nicht trivialen Dinge einen Rechner (Kaliber TI-89) benutzen, auch an den Prüfungen. Wir haben den gesamten Stoff am Gymnasium 4 Jahre lang so reingedrückt. Das ist hier so üblich; ich weiss nicht, wie es in Deutschland und anderswo ist. Die Folge war, dass ich mir die Dinge zwar gut vorstellen konnte, aber beim eigentlichen Rechnen (einschliesslich Umformungen etc.) war ich dann aufgeschmissen. Selbst einfachste Dinge konnte ich nicht. Binomische Formeln, quadratische Gleichung? Fehlanzeige!

An der Uni mussten wir dann plötzlich alle Dinge von Hand ausrechnen können - und wir haben alle massivst in die Röhre geguckt. Und bis man den Rückstand aufgeholt hat, kommt man im Stoff schon nicht mehr nach, weil der Dozent nach ein paar Wochen irgendwas vom Langrange-Restglied beim Taylor-Polynom erzählt (und das ist nur der Anfang ;)). Selbstverständlich muss man das ganze Zeug dann an der Semesterprüfung von Hand, ohne Formelsammlung induktiv beweisen können.

Mein Punkt ist: So, wie wir die Mathematik eingetrichtert bekommen haben, fällt einem das Studium nicht unbedingt leicht, weil man sich zuerst mit den Grundlagen beschäftigen muss, bevor man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Na dann, prost! ;)


Texas Instruments scheint echt gute Lobbyisten in den Schulbehörden zu haben. Es scheint immer weiter um sich zu greifen, dass die Schulen solche Dinger verwenden. Das verstehe ich einfach nicht. Was soll so ein TI-89 in der Schule bitte bringen? Danach können die Schüler dann keine quadratischen Gleichungen lösen, nicht händisch ableiten, keine Integrale lösen, nicht plotten etc. So kann man doch vielen mathematischen Lösungswegen nicht einmal folgen. Gerade in der Schule sollte man doch so ein grundlegendes Werkzeug lernen.

Hinzu kommt, dass die Dinger doch unglaublich teuer sind. Die kosten doch so um die 200€. Wenn man dann zwei Kinder hat und in einer knappen Situation ist, kann das doch für eine Familie recht blöd werden. Und dafür bekommt man dann Hardware die selbst in den 90ern schon staubig war. Im Vergleich zu einem echten CAS am PC sind die Dinger ja auch noch sehr primitiv.
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 18:32:52 25.01.2012   Titel:              Zitieren

rüdiger schrieb:
Im Vergleich zu einem echten CAS am PC sind die Dinger ja auch noch sehr primitiv.

Gibt es eigentlich irgendein CAS fuer Smartphones?

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Walli
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Beitrag Walli Mitglied 19:53:25 25.01.2012   Titel:              Zitieren

Zumindest fürs iPhone gibt es wohl welche, die aber im Gegensatz zu den Desktop-Riesen wie Mathematica oder Maple doch recht primitiv bzw. beschränkt sind. Ich nutze unterwegs meistens die App von Wolfram Alpha (eigentlich nur ein Frontend für die Webseite), wenn ich dringend was komplizierteres machen muss und keinen Laptop dabei habe oder ihn wegen mangelndem Platz/Akku nicht nutzen kann. Wie es bei Android und Co. aussieht weiß ich nicht, aber da wird es wohl ähnliche Tools geben.


Zuletzt bearbeitet von Walli am 19:59:13 25.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
Ambitious_One
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Beitrag Ambitious_One Mitglied 19:11:54 26.01.2012   Titel:              Zitieren

ehm, kann mir jemand sagen, (wahrscheinlich am besten Gregor^^) in welchem Fach man mehr Stochastik macht Info oder Physik? Diskrete Mathematik sieht für mich auch nur nach Stochastik aus.

Wäre super wenn mich jemand etwas aufklären könnte.

Danke :)
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 19:39:30 26.01.2012   Titel:              Zitieren

Ambitious_One schrieb:
ehm, kann mir jemand sagen, (wahrscheinlich am besten Gregor^^) in welchem Fach man mehr Stochastik macht Info oder Physik?

Ich hatte im Physikstudium nahezu gar keine Stochastik. Im Informatikstudium gehoert so eine Mathevorlseung hingegen zum Standard, denke ich.

Vielleicht fragst Du Dich, warum man in der Physik so wenig Stochastik in der Aubsildung hat, wenn man doch andauernd mit Statistischer Physik oder auch mit Messfehlern konfrontiert wird. Der Grund ist, dass in dem Zusammenhang ein relativ naiver Umgang mit der Thematik ausreicht. Was man dafuer braucht, wird einem in den jeweiligen Vorlesungen nebenbei beigebracht.

In der Informatik hat man es hingegen in vielfaeltigerer Form mit Stochastik zu tun.

EDIT: Diskrete Matematik wirst Du auch nur im Info-Studium sehen. Allerdings handelt es sich hierbei NICHT um etwas, was der Stochastik besonders nahe steht. Innerhalb der Diskreten Mathematik beschaeftigst Du Dich zum Beispiel mit Graphen oder auch mit Rekursion.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 19:45:17 26.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
cooky451
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Beitrag cooky451 Mitglied 19:51:49 26.01.2012   Titel:              Zitieren

rüdiger schrieb:

Texas Instruments scheint echt gute Lobbyisten in den Schulbehörden zu haben.
Hehe jo. Wir haben auch Taschenrechner von denen, wenn auch nur so ~40€ Dinger, aber Matrizen multiplizieren können sie.

rüdiger schrieb:
Danach können die Schüler dann keine quadratischen Gleichungen lösen, nicht händisch ableiten, keine Integrale lösen, nicht plotten etc.

Halte ich offen gesagt für nicht sonderlich wichtig. Wir müssen das zwar noch machen, aber irgendwie würde ich es angenehmer finden, wenn wir statt zu rechnen uns mal mit den Herleitungen beschäftigen würden. Die PQ-Formel auswendiglernen kann jeder, die Herleitung ist doch das spannende. Selbiges gilt für Produktregel, Kettenregel, Quotientenregel, ...
Das Problem ist eher, dass der Lehrplan völlig auf das Ausrechnen ausgelegt ist. Wenn man das dann natürlich auch noch vom Taschenrechner gemacht bekommt, muss man gar nichts mehr können.

rüdiger schrieb:
So kann man doch vielen mathematischen Lösungswegen nicht einmal folgen.
Kann man so auch nicht. In meinem LK können zwar alle händisch ableiten und integrieren, aber die Kettenregel kann trotzdem niemand erklären. Viele kennen nicht mal den Zusammenhang zwischen Integral, Funktion und Ableitung, und haben deshalb ohne Ende Probleme Textaufgaben zu verstehen. Aber die Formeln können sie, super. ;)

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314159265358979
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Beitrag 314159265358979 Mitglied 20:39:09 26.01.2012   Titel:              Zitieren

Also zumindest die pq-Formel haben wir schon vor 2 Jahren hergeleitet.
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 20:39:19 26.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:

Innerhalb der Diskreten Mathematik beschaeftigst Du Dich zum Beispiel mit Graphen oder auch mit Rekursion.


Vielleicht als Ergänzung. Neben der Graphentheorie ist für die diskrete Mathematik die Kombinatorik wohl charakteristischer als "Rekursion", die man eigentlich eher in konkreten Algorithmen am Rande betrachtet. Die kombinatorische Optimierung, ein wichtiger Teilbereich der diskreten Mathematik, ist (für Informatiker) höchst interessant. Da stellt man sich so Fragen wie:

- Wie vernetze ich 120 Ortschaften am günstigsten durch ein Verkehrsnetz?
- Wie leite ich bei Feierabendverkehr die PKWs am geschicktesten durch eine Stadt?
- Wie findet eine Heiratsagentur die meisten Matchings zwischen Frauen und Männern?


Zuletzt bearbeitet von marco.b am 20:40:03 26.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
Ambitious_One
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Beitrag Ambitious_One Mitglied 21:07:56 26.01.2012   Titel:              Zitieren

hmm, Gregor deine Antwort wundert mich gerade ein bisschen, denn wir machen zur Zeit in der Schule die Grundlagen der Quantenphysik und da ist die Wellenfunktion doch gerade so etwas, wo man viel Stochastik braucht dachte ich. Allgemein in der Quantenmechanik würde man viel auf Stochastik setzen habe ich vermutet, weshalb ich dann auch dachte, dass in Physik mehr Stochastik behandelt werden würde.

Komisch, komisch.
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 23:32:07 26.01.2012   Titel:              Zitieren

Ambitious_One schrieb:
hmm, Gregor deine Antwort wundert mich gerade ein bisschen, denn wir machen zur Zeit in der Schule die Grundlagen der Quantenphysik und da ist die Wellenfunktion doch gerade so etwas, wo man viel Stochastik braucht dachte ich. Allgemein in der Quantenmechanik würde man viel auf Stochastik setzen habe ich vermutet, weshalb ich dann auch dachte, dass in Physik mehr Stochastik behandelt werden würde.

Komisch, komisch.

In der Quantenmechanik begegnet Dir fast gar keine Stochastik. Ok, in der Quantenmechanik geht es um Wellenfunktionen und jeder hat mal gehört, dass die als "Wahrscheinlichkeitsamplitude" interpretiert wird. Wahrscheinlichkeiten begegnen Dir also dann, wenn Du Wellenfunktionen berechnet hast und Dich dann fragst, was sie Dir sagen. Aber in der Quantenmechanik geht es eher um die Berechnung der Wellenfunktionen. Um das zu machen, musst Du für das gegebene quantenmechanische System die Schrödingergleichung aufstellen und sie lösen. Das ist eine Eigenwertgleichung, die im allgemeinen alles andere als leicht zu lösen ist. Du wirst im Rahmen der Quantenmechanik jede Menge Ansätze kennenlernen, mit denen man diese Gleichung für bestimmte Systeme lösen kann und weitere Ansätze, wie man auf Näherungslösungen kommt. Aber was man mit der Wellenfunktion letztendlich anstellen kann, interessiert nur am Rande. ...und dann reicht im Allgemeinen auch wieder ein naiver Umgang mit Wahrscheinlichkeiten.

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Beitrag knivil Mitglied 00:21:28 27.01.2012   Titel:              Zitieren

Ambitious_One schrieb:
Diskrete Mathematik sieht für mich auch nur nach Stochastik aus.
Nenne bitte 3 Beispiele!

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Beitrag Bashar Mitglied 00:48:15 27.01.2012   Titel:              Zitieren

knivil schrieb:
Ambitious_One schrieb:
Diskrete Mathematik sieht für mich auch nur nach Stochastik aus.
Nenne bitte 3 Beispiele!

Er scheint Kombinatorik zu meinen. Stochastik in der Schule ist hauptsächlich Kombinatorik, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für 6 richtige im Lotto und sowas.

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Beitrag ScottZhang Mitglied 12:25:54 27.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor hat es vllt nur nich gemerkt, aber in Thermodynamik und Quantenstatistik sollte schon etwas Stochastik vorkommen?

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Zuletzt bearbeitet von ScottZhang am 12:29:10 27.01.2012, insgesamt 2-mal bearbeitet
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 12:47:46 27.01.2012   Titel:              Zitieren

ScottZhang schrieb:
Gregor hat es vllt nur nich gemerkt, aber in Thermodynamik und Quantenstatistik sollte schon etwas Stochastik vorkommen?

Ich habe nicht gesagt, dass es gar nichts in der Art gibt. Aber es ist wenig genug, dass keine dedizierte Stochastik-Vorlesung gebracht wird. Wie gesagt: Das bisschen was benoetigt wird, wird einem in den jeweiligen Veranstaltungen nebenbei beigebracht.

Viele Bereiche der Stochastik braucht man in der Physik einfach nicht. Dinge wie Markov-Ketten, bedingte Wahrscheinlichkeiten oder Warteschlangen findet man in der Physik eher nicht. In der Informatik wird mehr in der Art benoetigt.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 14:05:02 27.01.2012, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Beitrag ScottZhang Mitglied 14:19:34 27.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:
ScottZhang schrieb:
Gregor hat es vllt nur nich gemerkt, aber in Thermodynamik und Quantenstatistik sollte schon etwas Stochastik vorkommen?

Ich habe nicht gesagt, dass es gar nichts in der Art gibt. Aber es ist wenig genug, dass keine dedizierte Stochastik-Vorlesung gebracht wird. Wie gesagt: Das bisschen was benoetigt wird, wird einem in den jeweiligen Veranstaltungen nebenbei beigebracht.

Viele Bereiche der Stochastik braucht man in der Physik einfach nicht. Dinge wie Markov-Ketten, bedingte Wahrscheinlichkeiten oder Warteschlangen findet man in der Physik eher nicht. In der Informatik wird mehr in der Art benoetigt.


Das stimmt, eine eigene Stochastikvorlesungen wird unseren Physiker auch nich gegönt. Ich hatte nur das Gefühl, dass es so rüberkommen könnte, dass Physiker garkeine Stochastik brauchen :)

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Zuletzt bearbeitet von ScottZhang am 14:21:22 27.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag Bashar Mitglied 14:31:44 27.01.2012   Titel:              Zitieren

Das ist absolut nicht mein Gebiet, aber zumindest zur Mathematischen Physik gehört meines Wissens ziemlich viel Stochastik. Kann natürlich sein, dass man als normaler Physiker damit nicht in Berührung kommt.

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Beitrag rüdiger Moderator 15:09:37 27.01.2012   Titel:              Zitieren

cooky451 schrieb:
Halte ich offen gesagt für nicht sonderlich wichtig. Wir müssen das zwar noch machen, aber irgendwie würde ich es angenehmer finden, wenn wir statt zu rechnen uns mal mit den Herleitungen beschäftigen würden. Die PQ-Formel auswendiglernen kann jeder, die Herleitung ist doch das spannende. Selbiges gilt für Produktregel, Kettenregel, Quotientenregel, ...
Das Problem ist eher, dass der Lehrplan völlig auf das Ausrechnen ausgelegt ist. Wenn man das dann natürlich auch noch vom Taschenrechner gemacht bekommt, muss man gar nichts mehr können.


Natürlich sollten die Herleitungen gebracht werden. Das wurde bei mir in der Schule auch gemacht. Aber nur die Herleitung reicht eben nicht. Man sollte kein CAS zücken müssen, wenn man eine quadratische Gleichung vor sich hat.
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Beitrag pumuckl Moderator 17:59:22 27.01.2012   Titel:              Zitieren

ScottZhang schrieb:
Das stimmt, eine eigene Stochastikvorlesungen wird unseren Physiker auch nich gegönt.


Bashar schrieb:
zur Mathematischen Physik gehört meines Wissens ziemlich viel Stochastik. Kann natürlich sein, dass man als normaler Physiker damit nicht in Berührung kommt.


Jein. Einige Vorlesungen bestehen zu 60-80% aus aufs jeweilige physikalische Problem angewandter Stochastik/Statistik. Was in der passenden Mathevorlesung drankommt ist nur etwas allgemeiner und abstrakter gehalten und mit den nötigen Beweisen geschmückt.

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Beitrag pumuckl Moderator 18:07:37 27.01.2012   Titel:              Zitieren

[quote="rüdiger"]
cooky451 schrieb:
Halte ich offen gesagt für nicht sonderlich wichtig. Wir müssen das zwar noch machen, aber irgendwie würde ich es angenehmer finden, wenn wir statt zu rechnen uns mal mit den Herleitungen beschäftigen würden. Die PQ-Formel auswendiglernen kann jeder, die Herleitung ist doch das spannende. Selbiges gilt für Produktregel, Kettenregel, Quotientenregel, ...
Das Problem ist eher, dass der Lehrplan völlig auf das Ausrechnen ausgelegt ist.


Was in der Schule gelehrt wird, ist Handwerkszeug. Absolute Grundlagen. Klar ist es interessant, die Herleitungen zu kennen (bei uns wurden die im Unterrricht drangenommen, bei euch nicht?), aber rechnen zu können ist immens wichtig.
Stell dir mal vor, die PQ-Formel herzuleiten, wenn du kein Ausmultiplizieren etc. gelernt hast. Geht nicht. Genauso ists, wenn man nicht gelernt hat, Intergale im Halbschlaf zu lösen oder ähnliches. Wenn man die Rechenwege nicht aus dem FF kennt, ist man im Studium sehr schnell aufgeschmissen, weil man die "einfachsten" Umformungen nicht mehr auf die Reihe kriegt, ohne ins Buch zu schauen.

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Beitrag cooky451 Mitglied 18:59:43 27.01.2012   Titel:              Zitieren

rüdiger schrieb:
Natürlich sollten die Herleitungen gebracht werden. Das wurde bei mir in der Schule auch gemacht.

Na gut, "gemacht" haben wir das auch. Herleitungen der Kettenregel, Produktregel und Quotientenregel in je ~5 Minuten am Projektor; und das noch direkt hintereinander. Das hat dann wirklich niemand mehr verstanden. Seit dem hieß es halt "lernt das einfach auswendig". Was ich persönlich etwas schade finde, aber da stimmt mir hier wahrscheinlich auch jeder zu.
Insorfern denke ich sagen zu können: Aus "ableiten können" folgt nicht "verstehen, was man da eigentlich macht".

rüdiger schrieb:
Aber nur die Herleitung reicht eben nicht. Man sollte kein CAS zücken müssen, wenn man eine quadratische Gleichung vor sich hat.

Das nicht, aber das muss man vermutlich auch nicht, wenn man nur die Herleitungen kennt. (Und wirklich verstanden hat.)
Was mich aber tatsächlich stört ist, dass die mit Abstand schwierigste Aufgabe in Klausuren darin besteht, ellenlange Funktionen ohne Vorzeichenfehler abzuleiten. Ich bin zwar nicht wirklich qualifiziert ein Statement zur Mathematik abzugeben, aber irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass so etwas am Thema vorbei geht.

@pumuckl
Ja, natürlich sollte man ausmultiplizieren, ableiten, integrieren, etc. können. Allerdings verlangt doch auch niemand, man solle ewig lang geschachtelte Multiplikationen im Kopf errechnen. Das macht einfach keinen Sinn mehr. Man gewinnt kaum neue Erkenntnisse, da sämtliche Dinge ja auf Basis eindeutig bekannter Regeln funktionieren. Anderseits verbraucht man sehr viel Zeit dabei, die man auch für andere Dinge nutzen könnte.

Kurzum: Ich würde mir mehr Theorie im Mathematik Lehrplan wünschen. (So komisch das auch klingen mag.. weniger "Praxis" in Mathe oO)

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Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 19:37:12 27.01.2012   Titel:              Zitieren

cooky451 schrieb:

Ja, natürlich sollte man ausmultiplizieren, ableiten, integrieren, etc. können. Allerdings verlangt doch auch niemand, man solle ewig lang geschachtelte Multiplikationen im Kopf errechnen. Das macht einfach keinen Sinn mehr. Man gewinnt kaum neue Erkenntnisse, da sämtliche Dinge ja auf Basis eindeutig bekannter Regeln funktionieren.

Was die Regelanwendung betrifft unterscheidet sich das Integrieren sehr stark vom Differenzieren.

Wir kennen alle folgendes Integral...

§\int\limits_{-\infty}^\infty e^{-x^2} dx§

Wenn Du das Integrieren fuer derart stupide haeltst, dann leite doch mal kurz den Zahlenwert dieses Integrals her. Das ist naemlich nicht soooo einfach, wenn man den Trick nicht kennt bzw. wenn einem die entsprechende Erfahrung im Integrieren fehlt.

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Beitrag cooky451 Mitglied 19:47:11 27.01.2012   Titel:              Zitieren

Offen gesagt weiß ich nicht mal was du mit Zahlenwert meinst. Ich habe das Wort in dem Zusammenhang noch nie gehört, wenn du mir kurz einen Stups in die richtige Richtung geben könntest? :)

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Zuletzt bearbeitet von cooky451 am 19:47:33 27.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
Walli
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Beitrag Walli Mitglied 20:03:39 27.01.2012   Titel:              Zitieren

Naja, Du kannst das Integral ausrechnen und eine Zahl Z angeben, so dass §Z=\int_{-\infty}^\infty e^{-x^2}\,dx§. Ich hab's grad nicht mehr im Kopf und ausrechnen mag ich auch nicht, aber ich würde mal tippen, dass was ziemlich elegantes dabei heraus kommt. Bestimmt irgendwas mit §\pi§ oder so.


Zuletzt bearbeitet von Walli am 20:03:55 27.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 11:10:42 28.01.2012   Titel:              Zitieren

Ich löse mal auf, warum ich dieses Integral genannt habe...

§e^{-x^2}§

hat keine elementare Stammfunktion. Ok, Du kannst der Stammfunktion natürlich einen Namen geben und dann landest Du bei der "Fehlerfunktion", aber das Integral wirst Du typischerweise anders berechnen. Und zwar wie folgt...

Du berechnest einfach nicht das Integral

§Z = \int\limits_{-\infty}^\infty e^{-x^2} dx§,

sondern das Quadrat dieses Integrals in folgender Form...

§Z^2 = \int\limits_{-\infty}^\infty e^{-x^2} dx \cdot \int\limits_{-\infty}^\infty e^{-y^2} dy§.

Das Produkt dieser beiden Integrale kannst Du auch als ein einziges Integral schreiben...

§Z^2 = \int\limits_{-\infty}^\infty \int\limits_{-\infty}^\infty e^{-(x^2 + y^2)} dxdy§.

Jetzt hast Du also ein zweidimensionales Integral, das auf den ersten Blick nicht leichter aussieht. Aber es ist wesentlich leichter. So ein Integral kann man nämlich auch nach Polarkoordinaten in der Ebene umschreiben. Und dann ergibt sich

§Z^2 = \int\limits_{0}^\infty \int\limits_{0}^{2\pi} r e^{-r^2} d\varphi dr = 2\pi \int\limits_{0}^\infty r e^{-r^2} dr§

Eine Stammfunktion zu

§f(r) = r e^{-r^2}§

kennen wir aber. Und das ist

§F(r) = -\frac{1}{2} e^{-r^2}§.

Damit ergibt sich

§Z^2 = \left.2\pi \left(-\frac{1}{2} e^{-r^2}\right)\right\vert_0^\infty = 2\pi \cdot (0 + \frac{1}{2}) = \pi§.

bzw. für Z die Wurzel daraus...

§Z=\sqrt{\pi}§

Ich denke, es ist klar geworden, dass das kein stupides Abspulen von Regeln ist. Du guckst Dir nicht einfach die Form des gegebenen Integrals an und sagst dann "Partielle Integration!" oder "Substitution!". Im Allgemeinen ist es komplizierter und Du musst ein Gefühl dafür haben, wie Du ein gegebenes Integral angehen kannst. Oft kommt man in dem Zusammenhang nur über ein paar Umwege bzw. sehr geschickte Anwendungen von Regeln auf das Ergebnis.

Um die dafür notwendige Erfahrung zu kriegen, muss man einfach jede Menge integrieren. Die Erfahrung kriegt man nicht dadurch, dass man die Herleitung zur Partiellen Integration kennt. (...wobei ich sagen muss, dass man, wenn man diese Herleitung kennt, zumindest ohne Probleme schnell wieder die entsprechende Formel rekonstruieren kann, es ist also auch nicht unnütz, die Herleitungen bzw. Beweise zu kennen.)

Das ist wie Programmieren: Du kannst auch nicht Programmieren, nur weil Du die Syntax einer Programmiersprache kennst.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 11:24:33 28.01.2012, insgesamt 7-mal bearbeitet
knivil
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Beitrag knivil Mitglied 12:00:31 28.01.2012   Titel:              Zitieren

Auch ein beliebter Trick: Von der reellen Achse in die komplexe Ebene wechseln.

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Beitrag cooky451 Mitglied 14:23:37 28.01.2012   Titel:              Zitieren

Gregor schrieb:

hat keine elementare Stammfunktion. Ok, Du kannst der Stammfunktion natürlich einen Namen geben und dann landest Du bei der "Fehlerfunktion",
So weit war ich gestern auch schon, Wolframalpha* war so nett. :) Nur habe ich erfi() vorher noch nie gesehen.

Aber spricht diese Argumentation nicht für meine Sichtweise? In der Zeit, in der wir integriert haben, hätten wir auch Polarkoodinaten, zweidemensionale Integrale oder die Fehlerfunktion besprechen können. Es ist doch nicht so, dass ich dieses Integral durch reines Üben hätte lösen können, da fehlen einfach die Methoden. Mich stört ja auch nicht das grundsätzliche Lösen von Integralen, sondern die länger werdenen Aufgaben, ohne dass die eigentliche Komplexität zunimmt, falls das irgendwie verständlich ist.

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Beitrag /rant/ Mitglied 03:09:14 29.01.2012   Titel:              Zitieren

Hier ein Erfahrungsbericht aus aktuellem Anlass:

Diese Woche habe ich wohl wieder mal eine Mathematik-Prüfung verkackt. Ich hatte einen schlechten Tag und die Prüfung war im Vergleich zum Vorjahr ziemlich happig - um nicht zu sagen: unfair. Im Vorjahr wurde sie als zu leicht kritisiert, aber der Dozent hat wohl ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. So kann es passieren im Studium, und da kann man nichts machen. Da bereitet man sich wochenlang vor, und es nützt doch nichts.

Man muss es gelassen nehmen. Vielleicht reichts ja doch noch, weil alle anderen ebenfalls so beschissen waren - und man offiziell nur 40% der Punkte braucht, um zu bestehen. Und wenn nicht, machen wir die Prüfung nächstes Semester halt nochmals :p

Mein Eindruck der Prüfungssession des vergangenen Herbstsemesters ist, dass sich die Dozenten scheinbar darum bemüht haben, einen veritablen Fisting Contest zu organisieren.

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Beitrag Christoph Moderator 12:50:50 29.01.2012   Titel:              Zitieren

/rant/ schrieb:
Diese Woche habe ich wohl wieder mal eine Mathematik-Prüfung verkackt. Ich hatte einen schlechten Tag und die Prüfung war im Vergleich zum Vorjahr ziemlich happig - um nicht zu sagen: unfair. Im Vorjahr wurde sie als zu leicht kritisiert, aber der Dozent hat wohl ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. So kann es passieren im Studium, und da kann man nichts machen. Da bereitet man sich wochenlang vor, und es nützt doch nichts.
Die Schuld auf die Klausur und den Dozenten schieben ist immer leicht. ;)

Ich würde erstmal die Noten-Statistiken abwarten, vielleicht ist es halb so wild.

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Beitrag ScottZhang Mitglied 13:59:46 29.01.2012   Titel:              Zitieren

Christoph schrieb:
Die Schuld auf die Klausur und den Dozenten schieben ist immer leicht. ;)


Nein, das ist berechtigt. Denn die Dozenten (gerade inner Mathematik) haben nix besseres zu tun als sich den ganzen Tag (bei ganz viel Kaffe) immer neue Fiesheiten auszudenken, die das ohnehin schon schwere Leben der Studenten nahezu unmöglich machen. :o)

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Beitrag Walli Mitglied 14:26:50 29.01.2012   Titel:              Zitieren

Kommen die überhaupt dazu? Die, die ich kenne, sind den ganzen Tag damit beschäftigt kleinen Kindern die Spielsachen zu klauen :o) . Naja, wenn man wirklich wochenlang gelernt hat, sollte einen eigentlich nichts mehr schocken können. Es gibt schon mitunter mal extrem 'umfangreiche' Klausuren, aber meist sehen die Verantwortlichen das bei der Korrektur selber ein und passen entsprechend den Notenspiegel an.
Gregor
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Beitrag Gregor Moderator 22:34:22 29.01.2012   Titel:              Zitieren

cooky451 schrieb:
Gregor schrieb:

hat keine elementare Stammfunktion. Ok, Du kannst der Stammfunktion natürlich einen Namen geben und dann landest Du bei der "Fehlerfunktion",
So weit war ich gestern auch schon, Wolframalpha* war so nett. :) Nur habe ich erfi() vorher noch nie gesehen.

Aber spricht diese Argumentation nicht für meine Sichtweise? In der Zeit, in der wir integriert haben, hätten wir auch Polarkoodinaten, zweidemensionale Integrale oder die Fehlerfunktion besprechen können. Es ist doch nicht so, dass ich dieses Integral durch reines Üben hätte lösen können, da fehlen einfach die Methoden. Mich stört ja auch nicht das grundsätzliche Lösen von Integralen, sondern die länger werdenen Aufgaben, ohne dass die eigentliche Komplexität zunimmt, falls das irgendwie verständlich ist.

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cooky451 schrieb:

Was mich aber tatsächlich stört ist, dass die mit Abstand schwierigste Aufgabe in Klausuren darin besteht, ellenlange Funktionen ohne Vorzeichenfehler abzuleiten.


1. ...den Kommentar kann ich mir nicht verkneifen... ;) Wenn ich mir das "erfi" angucke, dann wurden Dir offensichtlich die Vorzeichenfehler noch nicht gut genug ausgetrieben. Vielleicht solltest Du noch ein bisschen mit komplizierten Funktionen mit vielen Vorzeichen üben! ;)

2. Ich befürworte es durchaus, dass mehr Mathematik in der Schule gemacht werden sollte. Trotzdem ist es wichtig, in jedem Teilgebiet das Handwerkszeug zu lernen. Und das heißt üben, üben, üben bzw. rechnen, rechnen, rechnen.

Man ist immer sehr schnell dabei, das rechnen gegenüber dem Beweisen als etwas "minderwertiges" darzustellen. Aber das stimmt so nicht. Oft ist das Beweisen nichts anderes als Rechnen. Wenn man nicht rechnen kann, dann kann man auch nichts beweisen.

Hier ist mal ein Beispiel für eine Behauptung, die man im Prinzip durch direktes Ausrechnen beweist:

Du kennst den Satz von Pythagoras, der immer wie folgt veranschaulicht wird...

http://44428.nibis.de/mathe/pythagoras.jpg

...mir geht es aber nur um die Skizze und nicht um den Satz. Wie Du siehst, ist da auf jeder Seite des Dreiecks das jeweilige Quadrat abgetragen. So etwas machen wir jetzt bei einem beliebigen Viereck ABCD. Nimm also mal an, Du hast ein beliebiges Viereck mit ganz beliebigen Winkeln und Längen und dazu die Quadrate auf jeder Seite des Vierecks.

Behauptung: Wenn Du die Mittelpunkte der jeweils gegenüberliegenden Quadrate mit einander verbindest, dann erhältst Du 2 Strecken, die senkrecht auf einander stehen und die gleiche Länge haben. (Das heißt allerdings nicht, dass sie sich auch schneiden müssen.)

Derartige Sätze kann man beweisen. ...und das geht durch direktes ausrechnen.

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Zuletzt bearbeitet von Gregor am 22:35:02 29.01.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag /rant/ Mitglied 15:17:58 16.02.2012   Titel:              Zitieren

Christoph schrieb:
/rant/ schrieb:
Diese Woche habe ich wohl wieder mal eine Mathematik-Prüfung verkackt. Ich hatte einen schlechten Tag und die Prüfung war im Vergleich zum Vorjahr ziemlich happig - um nicht zu sagen: unfair. Im Vorjahr wurde sie als zu leicht kritisiert, aber der Dozent hat wohl ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. So kann es passieren im Studium, und da kann man nichts machen. Da bereitet man sich wochenlang vor, und es nützt doch nichts.
Die Schuld auf die Klausur und den Dozenten schieben ist immer leicht. ;)

Ich würde erstmal die Noten-Statistiken abwarten, vielleicht ist es halb so wild.
Es ist nun zwar auch schon wieder 2 Wochen her, aber ich habe inzwischen meine Resultate bekommen. Die Prüfung war so schwierig, dass der Noten-Schlüssel massiv korrigiert werden musste. Bestnote bei uns ist eine 6 (merke: in der Schweiz ist es ja umgekehrt) und ich hatte eine 5, obwohl ich schwer damit gerechnet hatte, nicht zu bestehen. Für viele andere hat es freilich nicht mehr gereicht, was natürlich ärgerlich ist.

Fazit: Es ist doch machbar, aber man muss sich manchmal reichlich den ***** aufreissen. Und unnötig Panik schieben ;)

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Beitrag NewMember Mitglied 19:17:23 17.04.2012   Titel:              Zitieren

Jungs, eine Frage die ich zum Thema hätte : Kennt jemand gute Bücher, die man als Vorbereitung für die Mathematik im Informatikstudium benutzen kann? Ich habe jetzt schon ein bisschen gegoogelt und stoße dabei immer wieder auf Scripte zu Vorlesungen. Allerdings schein ich nicht intelligent genug zu sein, um diese wirklich zu verstehen ( zumal mir oft der Sinn unklar ist, auf einmal rasselt es Definitionen und ich frag mich nur "Warum?" ), also hab ich mich mal nach Büchern umgeschaut. Bin dabei auf dieses hier gestoßen, was soweit gute Rezensionen hat :
http://www.amazon.de/Mathematik-f%C3%BCr-Informatiker-Diskrete-eXamen-press/dp/3540774319/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1334682482&sr=8-1-fkmr0

Kennt jemand das Buch zufällig oder würde konkret zu einem anderen raten? Wie Ihr seht interessiere ich mich dafür, mich selber schoneinmal etwas auf Uni-Mathematik einzustellen, ich will nicht auf einmal davon überrempelt werden.

Mfg
Walli
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Beitrag Walli Mitglied 21:54:27 17.04.2012   Titel:              Zitieren

Naja, an der Uni wird man normalerweise recht schnell auf den Stand gebracht, dass man den Stoff verstehen kann. Du solltest ggf. die Schulmathe soweit wiederholen, dass Du den Kram nicht wiederholen musst, und ggf. schauen, ob Vorkurse angeboten werden. Zum gezielten Vorbereiten könntest Du mal schauen, ob Du an der angepeilten Uni auf den jeweiligen Seiten Literaturempfehlungen zu den Einführungskursen findest, wenn Du wirklich grad nichts besseres zu tun hast ;).


Zuletzt bearbeitet von Walli am 21:55:00 17.04.2012, insgesamt 1-mal bearbeitet
marco.b
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Beitrag marco.b Mitglied 08:36:58 18.04.2012   Titel:              Zitieren

NewMember schrieb:
Bin dabei auf dieses hier gestoßen, was soweit gute Rezensionen hat :
http://www.amazon.de/Mathematik-f%C3%BCr-Informatiker-Diskrete-eXamen-press/dp/3540774319/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1334682482&sr=8-1-fkmr0


Für FH-Studium vermutlich okay, für Uni relativ unbrauchbar, da auf Beweise weitgehend verzichtet wird. Ich finde das Buch oberflächlich und fördert meines Erachtens eine falsche Haltung zu der Thematik.
Als zusätzliche Erklärung der Konzepte oder für Beispielanwendungen der jeweiligen Themen ist es ganz okay. Als primäre Uniliteratur ein no-go.
Ethon
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Beiträge: 1114
Beitrag Ethon Mitglied 18:59:05 18.04.2012   Titel:              Zitieren

Ich hab das Buch. Hilft bei Linearer Algebra etwas, bei Diskreter praktisch überhaupt nicht.
CarstenJ
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Beiträge: 3769
Beitrag CarstenJ Mitglied 13:03:51 26.04.2012   Titel:              Zitieren

Hi,
marco.b schrieb:
NewMember schrieb:
Bin dabei auf dieses hier gestoßen, was soweit gute Rezensionen hat :
http://www.amazon.de/Mathematik-f%C3%BCr-Informatiker-Diskrete-eXamen-press/dp/3540774319/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&qid=1334682482&sr=8-1-fkmr0


Für FH-Studium vermutlich okay, für Uni relativ unbrauchbar, da auf Beweise weitgehend verzichtet wird. Ich finde das Buch oberflächlich und fördert meines Erachtens eine falsche Haltung zu der Thematik.
Als zusätzliche Erklärung der Konzepte oder für Beispielanwendungen der jeweiligen Themen ist es ganz okay. Als primäre Uniliteratur ein no-go.

also wenn man die Frage nach dem "Warum" beantwortet haben möchte, ist das Buch ok. Ich finde es überhaupt nicht verwerflich, Dinge etwas einfacher erklärt zu bekommen, damit man weiss, worum es überhaupt geht. Gerade so manche Matheskripte sind für Einsteiger nur extrem schwer verdaulich.

Aber in der Tat ist das Buch gerade was Beweise angeht nicht ausreichend.

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