Bin gaaanz ruhig, bin ja schliesslich auch der Verständige ;-)
Brecht haben wir dann wohl abgehakt.
@Hume
Mein BOST-Zitat (das andere war von Marc++us) könnte vielleicht als Werbung für eine WEHRPFLICHTarmee gesehen werden, stimmt. Es soll aber keine Werbung im Sinne von "rekrutieren" für die Bundeswehr sein, da, wie schon gesagt, ich keine Kriegsdienstverweigerer werben kann.
Original erstellt von AndreasW:
Fang doch bei der freiwilligen Feuerwehr an.
Dort kannste einmal in der Woche saufen und bist vom Wehrdienst komplett freigestellt ! [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img]
Das ist nicht ganz richtig. Ich bin seit 9 (bald 10) Jahren bei der Freiw. Feuerwehr. (8 Jahre davon Jugendfeuerwehr)
Und und trotzdem werde ich früher oder später Zivi machen müssen.
Und wir sind wirklich keine "Kleckerfeuerwehr" (Die meisten Einsätze im Rheingau-Taunus-Kreis). Soviel ich weiss geht das nur beim KatS.
Ausserdem, wer nur um dich vorm Bund zu drücken zur Feuerwehr gehst fällst du mächtig auf, fast jeder Feuerwehrmann ist schon als 10 Jähriger dabei und bleibt bis er den Löffel abgibt dabei, es gibt nur wenige bei denen es anders ist. [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img]
_________________ Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
@Hume: mag ja sein daß sich das nach Werbebroschüre anhört, aber das entspricht nun mal meinen Erlebnissen.
Zum einen gibt es große Unterschiede zwischen Truppenteilen. Die Leute die bei den Kampftruppen waren haben meistens mehr erlebt und weniger Langeweile gehabt - zumindest aus meinem Alter.
Als großes Problem sehe ich heute an, daß kein Geld mehr für Übungen da ist. Die Leute hocken nur noch in der Kaserne und putzen. Ich habe zuletzt gehört, daß es inzwischen Panzerkompanien gibt, die keinen einzigen scharfen Schuß mehr abfeuern, nur noch im Simulator. Die restliche Zeit wird geputzt und gejoggt. Das ist m.E. eher ein Problem der Politik, daß notwendige Gelder für einen sinnvollen Betrieb nicht mehr zur Verfügung gestellt werden.
In den frühen 90ern war selbst ein Wehrpflichtiger 3 mal auf einem Übungsplatz und hat dort scharf geschossen. Jeden Mo-Mi war man im Gelände, Do Fahrzeuge putzen (das aber wirklich notwendig war) und Fr Innendienst. Nach Hause ist kaum keiner gefahren, weil alle zu müde waren. Und es gab noch mehr Standorte, d.h. im Schnitt waren die Leute sogar häufiger aus der Umgebung als heute.
Übungen im Gelände, mit anderen Einheiten, Durchschlageübungen, das stand häufig auf dem Programm. Regelmäßig Schießen mit Handwaffen, oft mit Amerikanern zusammen. Daher hat sich da wohl keiner gelangweilt. Aus ähnlichem Grund war das tägliche Saufen auch harmloser - 2 Bier und jeder war bettlägrig. Natürlich gab's die Massenbesäufnisse auch, einmal im Quartal. Dennoch gab's bei uns auch einige Uffze und Offze, die keinen Alkohol angerührt haben - das war kein Problem.
Nazisprüche a la 10 kleine Negerlein sind mir aus dieser Zeit ebenso fremd. Natürlich gab's Leute mit ausländerfeindlicher Einstellung, aber nicht anders als das auch in der Bevölkerung vertreten ist. Ganz normale Leute. Anscheinend gelingt die extremistische Unterwanderung heute doch so langsam. Mich würde mal interessieren, wo Du warst (Standort & Truppengattung).
Außerdem glaube ich nicht, daß Du alles vergessen hast. Wenn man Dich 5 Tage lang wieder an die Geräte setzt fällt Dir alles wieder ein. Es wird auf alle Fälle nicht so lange dauern wie das alles neu beizubringen. Das ist doch eine Erfahrung die jeder macht: wenn man einmal was in grauer Vorzeit gelesen oder gelernt hat, ist das bei einer Wiederholung ruckzuck wieder präsent. Siehe Schulzeit - auch das Wissen aus den ungeliebten Fächern bleibt irgendwo im Hinterkopf.
Ich kann heute auch auswendig keine Kette von einem Leo2 mehr wechseln. Aber wahrscheinlich fällt mir das nach zweimal hinsehen wieder ein.
Und noch was für die Allgemeinheit: ich höre hier immer wieder gerne die Aussage, daß Zivis alles nette Leute von nebenan sind, während Soldaten potentielle Mörder sind.
Erstens mal definiert man als Mord eine Tötung aus Gewinngründen (u.a. auch Lustgewinn). Demnach sind alle Menschen potentielle Mörder, weil sich die Mörder aus der Gruppe der Menschen rekrutieren. Beweis dazu: Ex-Jugoslawien. Viele Verbrechen wurden auch einfach von den (zivilen) Nachbarn begangen, sobald die ihre Triebe frei ausleben konnten.
Dazu fällt mir eine nette Story ein: ein sehr guter (Ex)Freund von mir machte damals Zivildienst. Als Fahrer für den Sonderschulbus und als Aufpasser unter Tag in einer Sonderschule, die Berufsausbildungen machte. Also eher ältere Schüler. Die nannten die Behinderten "die Ferngesteuerten" oder "Mongos". Und machten sich Späße daraus, wenn Sie die Behinderten dazu anstiften konnten sich zu küssen.
Zunächst sollte man sich mal darüber klar werden, daß ein Teil der Menschen einfach skrupellose Schweine sind. Demnach gibt es also in jeglicher Gruppierung (auch bei der Feuerwehr) Schweine, die man eigentlich lieber im Pfefferkuchenland sehen wollte.
Diese Tatsache sollte man losgelöst von der konkreten Frage betrachten, ob eine Armee notwendig ist oder nicht, und wenn sie notwendig ist, ob man sie als Berufsarmee oder Wehrpflichtarmee aufbaut.
Hallo,
@Marc++us
Ich bin wie du der Meinung, dass man nicht alle Zivis oder Bundis über einen Kamm scheren kann.
Gut, ich habe eine andere Geschichtsauffassung als du. Diese würde ich aber wenn überhaupt nur mit dir persönlich diskutieren und nicht in diesem Forum.
Ich war übrigens in Celle bei den Heeresfliegern. In den 10 Monaten Bund habe ich auch an mehreren Übungen teilgenommen. Unter anderem an einer 7-tägigen Gefechtsübung. Dabei haben wir natürlich auch mit den meisten Waffen (P1, G3, MP, MG und Panzerfaust) rum hantiert. Auch mit echten Handgranaten durften wir schmeißen.
Dumm ist nur, dass ich nichts spannendes daran finden kann. Liegt wohl daran, dass ich einen heiden Respekt (oder Angst?) vor Waffen habe.
Das ich soviel gereinigt habe liegt sicherlich auch daran, dass die Funker keinen Auftrag im Friedensfall haben (nur Instandsetzung). Aber wenigsten durfte ich reinigen. Mein bester Freund hat in einem Vorzimmer gesessen und 7 Faxe am Tag verschickt. Den Rest des Tages hat er mit Kaffee trinken und rauchen verbracht. Andere haben Steine von Punkt A nach Punkt B getragen, nur um sie danach wieder zurück nach Punkt A zu schleppen. Vieles beim Bund ist einfach nur noch eine Art Beschäftigungstherapie.
Als rechtsradikal würde ich übrigens die wenigsten bezeichnen die mit mir beim Bund waren. Aber eine rechte Grundeinstellung und eine gehörige Portion ausländerfeindlichkeit haben selbst die Offze an den Tag gelegt.
Achja, und wenn du mal mit einer deutschen Uniform in Bergen-Belsen bist und miterlebst wie sich Kameraden von dir über Juden lustig machen, dazu eine leichte Artellerieuntermahlung vom nahegelegenden Truppenübungsplatz, dann hoffe ich, dass auch dir das Kotzen kommt.
_________________ Remember Sturgeon's Law:
"Ninety percent of everything is crap." and now go visit my Homepage ;-)
Original erstellt von Marc++us:
*) Aufstellung der Bundeswehr hat UdSSR proviziert
Tatsache ist doch auch, daß die DDR-Grenztruppen zu dieser Zeit bereits militärisch bewaffnet waren (anders als der Bundesgrenzschutz), nur daß sich die Truppen noch nicht Armee nannten.
Kein Frage, damlas gab es auf beiden Seiten diverse "Aktionen", die Europa einem neuen Krieg wieder näher gebracht haben (neben z.B. den Währungsreformen war die (Neu)Gründung der Armeen auf beiden Seiten jedoch die weitaus gefährlichste). Das bestätigt aber meine Meinung, das die Aufstellung von bewaffneten Einheiten nicht zwangsläufig den Frieden sichert. DAS war ja die arg pauschale Aussage, auf die sich mein Gegenbeispiel bezog.
für alle die totalverweigerung in betracht ziehen ( aber auch für "normale" kriegsdienstverweigerer" ist das hier
eine gute addresse ( da werdet ihr geholfen [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img] ):
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