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Unregistrierter
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Unregistrierter
17:50:00 12.10.2001 Titel: |
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aber es wird immer Terroristengruppen geben
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Sicherlich, insofern kann man ja auch die Trittbrettfahrer
(mit ihren 'anonymen Postings') dazuzählen, was teuerer
Psychoterror ist. |
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Marc++us
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Anmeldungsdatum: 05.04.2000
Beiträge: 17936
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Marc++us Moderator(S)
19:13:00 12.10.2001 Titel: |
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Ich hatte mir vorhin auf der Heimfahrt noch mal die Sache mit der Weltregierung überlegt, natürlich ist es richtig, daß die Gewalt nur von einem neutralen Dritten geschlichtet werden könnte.
Leider ist keines der Länder neutral, auch die UNO ist es nicht.
Ich hatte dann eine Idee: wie wäre es, wenn man z.B. zufällig einfach 100 Kinder weltweit auswählt, und diese zusammen in eine Art Internat steckt, irgendwo isoliert. Wenn die dann mit 20 oder 30 ausgelernt und studiert hätten, könnten diese so eine Art Schlichtungsrat bilden. Da sie keine Verpflichtung mehr gegenüber ihren Staaten hätten, könnten sie neutral urteilen.
Auf den ersten Blick gefiel mir die Idee ganz gut, aber selbst sowas hat einen Haken:
a) wer stellt die Lehrer
b) in welcher Sprache wird unterrichtet? Selbst Esperanto ist schließlich eine westliche Erfindung
c) wo würde man diese Einrichtung aufstellen? Bereits die geografische Lage beeinflußt die Entscheidungen, wenn diese Gruppe z.B. in einer waldreichen Gegend mit viel Wasser lebt, wie könnte die dann den Krieg zweier Wüstenländer um Wasser verstehen?
Bei genauerer Analyse fallen einem noch mehr Probleme ein. Letztlich sehe ich eigentlich keine Lösung, wie man aus dem System heraus dieses Problem lösen könnte.
@? ? ?:
zu 1: bist Du sicher? Nimm z.B. dies http://de.biz.yahoo.com/011010/11/23pvg.html
Sagen wir so, meine Annahme ist nicht (mehr) beweisbar, aber sie ist sehr wahrscheinlich. Letztlich schätzt man bei einem Problem gewisse nicht exakt bekannte Randbedingungen mit einer Wahrscheinlichkeit ab und nimmt diese dann als gegeben an.
zu 4: ich meinte natürlich Bin Laden, nicht die Taliban |
_________________ Viele Grüße
Marc++us
c++.de
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dozent
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dozent Unregistrierter
19:37:00 12.10.2001 Titel: |
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@Marc++us,
ich denke eimal, dass die Lage zu ernst ist, um in einen derartigen
Sarkasmus zu verfallen.
Ich denke einmal, dass z.B. ein von der UNO gebildeter Rat eine
einigermaßen neutrale Aufsicht (z.B. in der Form eines Protektorats)
zumindest vorübergehend bilden könnte, damit das afghanische Volk
endlich einmal zur Ruhe kommen kann.
Anschließend müßten die Afghanen dann natürlich ihre Regierung selbst
wählen, sodass langsam eine demokratische Struktur entsteht.
Schönes Wochenende
Peter |
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Marc++us
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Anmeldungsdatum: 05.04.2000
Beiträge: 17936
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Marc++us Moderator(S)
20:20:00 12.10.2001 Titel: |
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Wo siehst Du den Sarkasmus?
Zwei gewichtige Gegenargumente:
Afghanistan hat keine demokratischen Strukturen. Der Koran sagt, daß alle Gesetze von Allah kommen - die Demokratie aber läßt Gesetze durch den Menschen entstehen. Dies wird von vielen Koranlehrern wohl so ausgelegt, nur auf wenigen Seiten fand ich die Auslegung "Gewiss, Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht selbst das ändern, was in ihren Herzen ist." (13:11) als Beweis, daß Koran und Demokratie vereinbar sind. Auf alle Fälle wäre eine Weiterentwicklung des Islam nötig, um die Möglichkeit der Demokratie in einem islamischen Land zu etablieren. Eine sehr harte Forderung. Ähnlich wie bei uns, daß man vielleicht mal im Katholizismus auf die Marienverehrung verzichtet, da diese bei harter Auslegung des 1. Gebotes ja reichlich kritisch zu beurteilen ist. Also harter Tobak, was man da verlangt.
Weiterhin Argument 2, daß die Auferlegung eines demokratischen Systems Kolonialisierung pur ist. Das demokratische System mit seinen Begriffen wie Liberté, Egalité und Pfefferminzté sind in unserer Geisteswelt im WESTEN entstanden. Eine starke Betonung der Einzelperson. Welche Vergewaltigung, dieses System den arabischen Ländern, die ja doch mehr das Prinzip der Stämme pflegen, oder den asiatischen Kulturen mit ihrer Betonung der Unterordnung unter eine Gemeinschaft aufzuwingen zu wollen. Wenn die Amerikaner wegen Öl im Golf Krieg führen, dann ist das einfach Imperialismus. Das kann ich nachvollziehen, ist eine rationale Erklärung für das Handeln. Unmoralisch, aber verständlich. Wenn man aber fremden Kulturen UNSERE GEDANKEN aufzwingen will, mit der Begründung daß es ihnen dann besser geht, so nenne ich dies Kolonialismus und kulturelle Vergewaltigung. Umso schlimmer ist dies, wenn gerade die Humanisten im Westen dies fordern und propagieren. |
_________________ Viele Grüße
Marc++us
c++.de
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dozent
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dozent Unregistrierter
22:56:00 12.10.2001 Titel: |
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@Marc++us,
Du hast mit Deiner Argumentation natürlich Recht, dass in diesem
Land eine Demokratie nach westlichem Vorbild zumindest schwierig durchzuführen ist.
Es fehlt an politischer Einsicht, das Schulwissen der Frauen und
der Kinder ist unterentwickelt.
Dennoch sage ich es noch einmal ganz deutlich:
Militärische Mittelund damit Bombardierungen, aber auch die martialischen Worte des Präsidenten Bush (angeblich sind sie in einer emotional aufgeladenen Stimmung entstanden) verändern nichts.
Das Volk muss jedenfalls selbst über seine spätere Regierung entscheiden. Es wäre ein Fehler, die Nordallianz eventuell als
Nachfolger der Taliban einzusetzen. Aber wenn das Volk seine
Regierung bestimmt, ist das doch bereits Demokratie.
Auch hier im Westen gibt es davon viele Spielarten (oder ist Dir
das nicht bekannt??). Warum sollte nicht eine islamisch geprägte
Demokratie möglich sein?
Schönes Wochende
Peter |
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phlox81
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Anmeldungsdatum: 21.04.2001
Beiträge: 7360
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phlox81 Moderator
23:52:00 12.10.2001 Titel: |
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<Satire>
Bomben gibts meistens gratis.
Mr. Bin Laden hat das günstige nimm 2 bekomm 4 Paket von Herrn Bush geordert.
Ist echt günstig, statt nur 2 Bomben bekommt man dann direkt 4!!
Ja, echt war. Und es kostet nix. Die Amis liefern sie auch noch
frei Haus per Luftpost ab.
</Satire>
Devil |
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Marc++us
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Anmeldungsdatum: 05.04.2000
Beiträge: 17936
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Marc++us Moderator(S)
12:25:00 13.10.2001 Titel: |
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| Zitat: | Original erstellt von <dozent>:
Militärische Mittelund damit Bombardierungen, aber auch die martialischen Worte des Präsidenten Bush (angeblich sind sie in einer emotional aufgeladenen Stimmung entstanden) verändern nichts.
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Du scheinst eine Sache zu verkennen, die Amis befinden sich nach wie vor in einem Schockzustand. Ich hatte mich am Do auf der Buchmesse mit einem Verlagschef unterhalten, der erzählte, daß bei einem Meeting diese Woche der amerikanische Verlagschef (Partnerverlag) die Gespräche mit einem Gebet(!) für die Toten des Terrors eröffnet hat. Die Amis (hier trifft der Begriff "das amerikanische Volk" mal wirklich zu) sind nach wie vor völlig neben der Kappe. Wir erleben das auch mit unseren Kunden und unserer amerikanischen Niederlassung - die Jungs dort sollten zu einem Sales-Meeting zu uns fliegen, haben einfach "Nein" gesagt. Reine Angst.
Es wäre zu einfach, Bush nun als Hetzer darzustellen. Er mag vielleicht nicht gebildet sein, aber er ist bestimmt nicht doof. Er spricht die Sache so aus, wie sie die Leute hören wollen. Die Psychologen in seinem Stab haben ihm mit Sicherheit gesagt "deutliche Worte, damit die Leute das Gefühl bekommen wir haben alles im Griff". Und ich glaube, daß Bush im Sinne der Bevölkerung Amerikas zur Zeit in seiner Wortwahl richtig handelt: direkt, keine Umschweife. Und das ist auch folgerichtig, Bush ist Amerikas Präsident, und er erfüllt eine Aufgabe für die Amerikaner. Ob davon der eine oder andere Europäer in seinem Elfenbeinturm davon erschreckt wird, ist in diesem Kontext eigentlich erst einmal egal.
Übrigens bin ich nicht der Meinung, daß militärische Schläge sinnlos sind und nichts ändern. Ich bin allerdings der Meinung, daß die jetzige Vorgehensweise sinnvoll ist, da zu wenig wirksam und zielgerichtet. Ich denke mir, daß nämlich Bin Ladens Krieger durchaus bereit sind, als Märtyrer zu sterben, aber von Bin Laden bin ich mir da nicht so sicher. Es wäre nicht das erste Mal, daß die Gefolgsleute lieber sterben als die Anführer. Die Tötung Bin Ladens und einiger wichtiger Personen aus seinem Führungskreis würde ein deutliches Zeichen setzen: "SO nicht". Es würde derartigen Kreisen deutlich machen, daß sie selbst ein persönliches Risiko mittragen.
Leider sind die jetzigen Operationen nicht dazu geeignet, diesen Zweck zu erfüllen. Hier kommt im Moment wieder diese Angst der Amerikaner vor Verlusten zum tragen, die sie seit Vietnam an effektivem Handeln hindert. Alleine diese Sache mit der Luftüberlegenheit, was für ein Unsinn. Nach der Definition der NATO aus dem kalten Krieg hat eine Seite die Luftüberlegenheit, wenn mehr als 2/3 der Maschinen von einem Einsatz zurückkommen. Luftüberlegenheit heißt nicht, daß man jede Flakstellung ausschaltet. Dieses Argument "Luftüberlegenheit herstellen" zur Zeit bedeutet meiner Meinung nach, daß die Amis in zwei Lager gespalten sind und die Zeit bis zu einer Entscheidung über weiteres Vorgehen mit Luftangriffen überbrücken wollen. |
_________________ Viele Grüße
Marc++us
c++.de
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