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dozent
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Beitrag dozent Unregistrierter 13:28:00 12.10.2001   Titel:   Bush-Diplomatie            Zitieren

Hi, was meint Ihr zu dieser Art Diplomatie?
Zitat:
"Wenn ihr ihn (bin Laden) und seine Leute heute ausspuckt, werden wir uns noch einmal überlegen, was wir mit eurem Land machen."


Was kann man solchen Worten eines amerikanischen Präsidenten noch
hinzufügen?
Es dürfte wohl klar sein, wie sich die Taliban bei diesen Worten
verhalten und ebenso klar dürfte die amerikanische Reaktion sein.

Gruss
Peter
Unregistrierter





Beitrag Unregistrierter 13:52:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

Nun, Diplomatie ist Rhetorik. Rhetorische Fragen gibt's ja, und dies war wohl ein rhetorisches Angebot. Keine Ahnung, für was das gut gewesen sein soll.
Marc++us
Moderator(S)

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Anmeldungsdatum: 05.04.2000
Beiträge: 17938
Beitrag Marc++us Moderator(S) 13:58:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

Das ist eine Drohung. Was sonst.

Es soll den Gegner wohl einschüchtern... wenn's klappt, hat es noch mehr Verluste vermieden. Falls es nicht klappt, war es nur Kriegsrhetorik.

Ich muß das noch einmal betonen: der Sinn einer Militäroperation ist auch immer, dem Gegner Angst einzuflüssen. Einschüchterung.

Das ist schon klar, daß dies für Europäer komisch klingen mag. Diese bevorzugen eher "wenn Ihr nicht lieb zu uns seid, bekommt Ihr weniger Geld, aber wenn Ihr lieb zu uns seid, dann bekommt Ihr noch mehr Geld". [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img]

Nein ernsthaft, ich halte das für normal, wenn man davon ausgeht daß Amerika Krieg führt. Im Krieg wird mit dem Gegner nur noch über Schimpfworte verkehrt, das war in jedem größeren Krieg so. Alles andere erscheint mir sogar noch verlogener.

_________________
Viele Grüße
Marc++us
c++.de
MC
Unregistrierter




Beitrag MC Unregistrierter 14:07:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

Und was haltet ihr davon, dass sich die USA ihre heutigen Staatsfeinde (Saddam Hussein, Osam Bin Laden) selbst hochgezüchtet hat, als der böse Bube noch der Kommunismus und nicht der Terrorismus war?

Und anstatt daraus zu lernen machen sie wieder denselben Fehler und lassen sich mit jedem Land ein, dass sich auf ihre Seite stellt, auch wenn es in dem Land beispielsweise noch so schlecht um die Menschenrechte bestellt ist.

Und wer, wie die PDS, Militärschläge hinterfragt, der wird gleich als anti-amerikanisch etc. betitelt...

Wir schmunzeln über die Fundamentalisten, wenn sie von ihrem "heiligen Krieg" sprechen, aber wenn man sich Bushs' Worte anhört, dann hat man auch das Gefühl, dass sie den Krieg als heilig ansehen und stark propagieren.
? ? ? ?
Unregistrierter




Beitrag ? ? ? ? Unregistrierter 14:16:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

@Marc++us
Man sieht schon an Deinem Kürzel wie us-ami-freundlich Du bist. [img]images/smiles/icon_biggrin.gif[/img]
Musst Du nicht "Marc++USA" heissen ?

Das hat nicht mit Kriegsrhetorik zu tun, was "dozent" zitiert. Was würde ein Afghane (kein Terrorist, kein Europäer) darüber denken ?
volkard
Moderator

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Anmeldungsdatum: 06.04.2000
Beiträge: 25731
Beitrag volkard Moderator 14:47:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

Zitat:
Es dürfte wohl klar sein, wie sich die Taliban bei diesen Worten verhalten und ebenso klar dürfte die amerikanische Reaktion sein.

Nein, das dürfte nicht klar sein.
Wirtschaftliche Sachen außer 8 gelassen und der Taliban ein wenig Intelligenz unterstellt, würde sie klein beigeben. Der Taliban groteske ideologisch verblendete Dummheit unterstellt, geht sie mit ihrem Freind Bin Ladin unter.
Aus dem Afghanistankrieg kommend, nach Jahren äußerst effektiver Mißwirtschaft, ist aber auch nicht unwahrscheinlich, daß Afghanistan ohne Krieg auch von selber umkippen würde, nämlich spätestens wenn alle verhungert sind. Dafür aber einen Schuldigen zu finden, noch dazu den Ideologischen Gegner, das wäre einfach perfekt.
Man kann auf Dutzende von Jahren wehklagen und hassen und behaupten, die ganze Armut käme durch einen Krieg, in den die Amis eh nix kaputt gemacht haben, weil nix da war.

_________________
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dozent
Unregistrierter




Beitrag dozent Unregistrierter 15:41:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

Dennoch dürfte klar sein, dass ein Konflikt auf diese Weise nicht
zu lösen ist (.. und mit Bombardierungen schon mal überhaupt nicht).

Aus meiner langjährigen Erfahrung (Schulleiter, Betreuer von Referandaren) weiß ich, dass ein Konflikt nur auf einer Metaebene zu
lösen ist. Im Grunde müßte also eine supranationale Institution
(wie auch von Brandt und Grass gefordert) eingesetzt werden und mit der Konfliktlösung beauftragt werden.
Auf diese Weise aber stehen sich nur die beiden Kontrahenten gegenüber
(hat Wickert doch Recht??) und behaupten, dass jeweils der Andere der
böse Mann ist.

Gruss
Peter
Marc++us
Moderator(S)

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Anmeldungsdatum: 05.04.2000
Beiträge: 17938
Beitrag Marc++us Moderator(S) 15:45:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

Zitat:
Original erstellt von <MC>:
Und was haltet ihr davon, dass sich die USA ihre heutigen Staatsfeinde (Saddam Hussein, Osam Bin Laden) selbst hochgezüchtet hat, als der böse Bube noch der Kommunismus und nicht der Terrorismus war?


Tja... die gleiche Story, schon seit dem römischen Imperium. Die Römer haben sich auch je nach Gefechtslage immer mal mit dem Stamm und dann mit jenem Stamm verbündet.

Teilweise ist das kurzsichtig, teilweise war es weitblickend, je nach Ergebnis. [img]images/smiles/icon_wink.gif[/img]

Ich denke, daß man das letztlich als "Diplomatie" bezeichnet. Es ist eben eine Tatsache, daß man auch Länder für Geschäfte benötigt, die keinerlei Bezug zu Menschenrechten, Demokratie etc. haben. Oder sind Eure Mainboards aus Ländern, wo man die Menschenrechte beachtet? Meines nicht...

Also schlängeln sich die Länder so durch, wie man eben seine Ziele erreicht. Manchmal fällt man dabei auf die Nase, so wie jetzt.

Und mein lieber ? ? ?, ich habe oft genug mit Amis zu tun, um diese nicht zu mögen. Ich mag diese Prüderie nicht, diese Unkenntnis über andere. Ein Ami erschrak mal am Flughafen FFM, weil er ein Plakat für ein Herrenparfüm gesehen hat, wo ein nackter Männeroberkörper abgebildet war. Er hat das irgendwie auf Homosexualität bezogen und war total geschockt. So blöd bin ich ja auch nicht.

Was wird sich ein Afghane denken, wenn er das hört? "Wir sind zu schwach um uns zu wehren, also wieso liefern wir diesen Idioten nicht aus?" oder "Denen schenken wir eins ein, diesen arroganten Säcken." Je nach persönlicher Neigung. Das sind 2 mögliche Meinungen, und eine davon würde auf der Linie der Amis liegen.

Ich bin nur gegen diese fürchterliche Heuchelei... das Wort "Demokratie" hat praktisch nirgendwo eine Bedeutung. Wenn in den ehemaligen Sowjetrepubliken von "Wahlen" die Rede ist, so ist das nur Lüge für die europäischen Humanisten, damit weiter Geld fliesst. Demokratie und Menschenrechte haben sowieso praktisch nirgendwo außerhalb Europa/USA eine Bedeutung, das meiste ist Fake für die Geldgeber. Selbst wir wandern doch nur ganz knapp auf dem Grade entlang... sehr knapp sogar. Und wir versuchen eine Idee zu exportieren, die sich in unserem Kulturkreis entwickelt hat und die zu unserer Geisteshaltung passt - und diese Idee versuchen wir mit friedlicher Gewalt (== Geld) in andere Kulturkreise zu übertragen. Macht's wie wir, dann werdet Ihr auch glücklich. Das ist doch auch nur eine einzige Lüge.

Genauso verlogen ist der Versuch, sich aus der gemeinsamen Verantwortung zu stehlen mit dem Hinweis, die Amis sind schuld. Wir sitzen im gleichen Boot, wir profitieren genauso wie die Amis. Und nun wird versucht die Sache auf die Amis zu schieben.

Ich sehe das pragmatischer - es gibt aktuell ein Problem, und das ist zu lösen.

Randbedingungen dazu sind:
1) der Gegner wird uns (USA + Europa) sowieso wieder angreifen, egal ob mit oder ohne Luftangriffe auf Afghanistan
2) einige Regierungen unterstützen diese Gruppe
3) es ist denkbar, daß man den Gegner durch Gewalt vernichten oder einschüchtern kann
4) der Gegner entzieht sich Verhandlungen, weil seine Forderungen aus seiner Sicht nicht verhandelbar sind, er ist nicht kompromißbereit.

Jetzt suche mal aus dieser Zwickmühle einen Ausweg... liefert mir dafür mal ANTWORTEN statt nur meine Haltung zu kritisieren.

_________________
Viele Grüße
Marc++us
c++.de
? ? ? ?
Unregistrierter




Beitrag ? ? ? ? Unregistrierter 16:25:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

@Marc++US
Auch Deine angesetzten RBs sind nicht korrekt.
Zu 1. RB : Das ist nur eine (Deine) Annahme.
Zu 2. RB : Das ist Fakt.
Zu 3. RB : Doch gleiche Denkstruktur wie ../bin/LADEN/..
Zu 4. RB : Falschen Gegner ausgesucht.

Wenn auch alle Deiner 4 RBs richtig wären, gibt es dafür keine geschlossene Lösung. Denn sie sind nicht stationär.

Die europäische Demokratie ist durch Kolonialisierung gefestigt. Wenn es den Europäern schlechter geht als den anderen Völkern, existiere in Europa die jetzige Demokratie nicht.
Shade Of Mine
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Anmeldungsdatum: 04.05.2001
Beiträge: 18954
Beitrag Shade Of Mine Moderator 16:32:00 12.10.2001   Titel:              Zitieren

@????

was meinst du mit
Zitat:
Wenn es den Europäern schlechter geht als den anderen Völkern, existiere in Europa die jetzige Demokratie nicht.

[img]images/smiles/icon_confused.gif[/img]

Marcus' Randbedingungen sind in meinen augen zutreffend wenn man 3. um folgendes erweitert: "aber es wird immer Terroristengruppen geben"

_________________
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